RB19: Paderborn

Anhänger geklaut. Skateboard geklaut. Gitarre geklaut. Peilos Knarre geklaut. Pornoheft geklaut. Rucksack geklaut. Schlafsack geklaut. Küche geklaut. Bisherige Teile meines Buches geklaut. Komplettes Kleinigkeitenarsenal geklaut.

Übrig geblieben ist: Digitalkamera, Pfefferspray, Schlagstock, Parka, Kleidung, Fahrrad, gute Laune

Geschätzer geklauter Wert: 500 € plus 80% Reiseerinnerung. Selbstverschuldung am Diebstahl (Fahrlässigkeit): 30%

(alle Bilder wurden geschossen, als die Welt noch in Ordnung war...)

Momentan wohne ich bei diesen (übrigens echt true) Punks und sauf mir die Birne voll:



(Gleis 575. Ja, das ist Kotze.)


(PaderQuellgebiet. Noch ohne Kotze)


Pöbeln in der Innenstadt

Wunderschön ist dieser Pop-Shove it gecatcht, nicht? Eine Hommage an den letzten schönen Trick mit meiner geliebten. Ist übrigens der Paderborner Skatepark im "Goldgrund":



Noch nebenbei gesagt steig ich, wenn ich irgendwann wieder Geld habe, wieder auf New School um.

Und die Geschichte mit dem Millionär ging so aus, das ich 3 solche Anhänger für ihn gefüllt habe:



Und dafür bei ihm Essen, Schlafen, Duschen und alles andere machen konnte und 70 € für etwa 10 Arbeitsstunden bekommen habe. Ich finde die Rechnung armortisiert sich.



Paderborn ist übrigens die kleinste Großstadt in Deutschland und mittelmäßig schön.

Leider ist es nicht der erste April und alles ist ernst gemeint. Mein letztes Reise-Foto mit Anhänger:



R.I.P. Maschimobil

the Country Road called B64 is carrying me home. Soon.

RB18: Bad Driburg

Bald gibt es RB18. Nur soviel vorweg: Ich bin bei einem Porschefahrenden zweifachen Hotelbesitzer untergekommen. Genau so wie ich es mir zu Beginn der Tour tatsächlich vorgestellt hatte...

fuck!

RB17: Höxter

Kaum erwartet habe ich den absolut würdigen Abschluss meiner Reise hier in Höxter. Zunächst gabelte mich Charlie auf (links im Bild):


Zusammen mit ihm genoss ich die letzten Sonnenstrahlen des Jahres auf der Höxteraner Mini-Ramp in vollen Zügen:


(Fakie Desaster)

Abends gingen wir in der Punk Rock Villa saufen:



Als wir anschliessend noch durch die Kneipen zogen, lernte ich den absolut freundlichsten Charakter der Reise kennen. Der Afghane Archie (rechts in Bild):



Das es immer einen besseren gibt, beweist folgender Wahnsinniger:





Auch die Sprayer Szene ist sehr ausgeprägt:



Sehr schöne Kultur bot diese Kirche:


Gleich nach dem Ausnüchtern vom 18 jährigen Wein und dem seltenen bayrischem Gras das wir hier geraucht haben droht mir also mal wieder einer der schmerzhafteren Abschiede meiner Tour, um dann endlich die letzten Kilometer über Paderborn zu absolvieren...

RB16: Hildesheim, Eschershausen, Holzminden

Spät erst konnte ich meinen frühesten Gastgeber in Braunschweig verlassen, noch zu faul war ich von den Strapazen der letzten Monate. Auch jetzt hab ich ne absolute Schwächephase und komm kaum 50 Kilometer am Tag weiter. Das könnte aber auch daran liegen, das sich jetzt die hügelige Landschaft mit dem Gegenwind vereinigt hat:


Ein Glück, das es so also hier im Weserbergland nicht langweilig wird:


Skateboardtechnisch gab es die letzten Tage kein Futter für meine Rollen. Nur einige Downhills, die ich hätte fahren können, wäre der Verkehr nicht so stark, oder es nicht schon so dunkel draussen gewesen.

Hildesheim erinnert sehr an Recklinghausen, meiner Heimatstadt. Sie hat auch ähnlich viele
Einwohner, nämlich 120.000.

Den Tag danach, es war sternenklarer Himmel, rastete ich an dieser Bank:



Das Thermometer der gegenüberliegenden Sparkasse zeigte 7°C an; zu Beginn der Nacht.
Als ich mir in der Nacht einbildete, einen Regentropfen abzubekommen, und Panikartig zu der 100 Meter weiter liegenden Schlecker-Filiale flüchtete, achtete ich leider nicht auf die effektive Nacht-Temperatur. Fakt ist aber, das ich kaum mehr als 10 Nächte draussen aushalten möchte.

Vielleicht muß ich das auch nicht, denn ab Paderborn, das ich in wenigen Tagen (ich schätze morgen Abend) erreiche, geht die B1 schnurgerade Richtung Dortmund.

Die Schlecker-Verkäuferin, die mich weckte, war übrigens so nett, das sich die halbe Stunde schlaf, die ich verpasste, gelohnt haben, auch wenn es Trocken geblieben ist...

Meine hinteren Taschen hab ich weggeschmissen. Die waren so durchlöchert, das ich ständig meine Töpfe verloren habe. Das soll jetzt nicht mehr passieren:


Ich denke, hier in Holzminden wird es was zum skaten für mich geben. Bin da nämlich sehr hungrig.

On the Road again...

Sentenzen 3

Der letzte Teil meiner Aphorismen ist etwa 1 Jahr her (1 und 2), deshalb beginne ich mal mit einem humorvolleren; die danach behandeln Themen, die ich zufällig im Kopf hatte:

* Was für den Mann die Brustwarzen sind, nämlich nur Zierde, ist für die Frau die Hosentasche der Jeans: man findet zumindest nie ein Portemonnaie in ihr.

* Demokratie ist das, bei dem die Entscheidung in die Verantwortung eines jeden gelegt wird. Das Resultat sieht man deutlich: dest so extremer eine Perspektive von der Mitte, also dem Durchschnitt aller Gegensätze ist, dest so geringer wird ihre Anzahl der Teilhaber, und damit der Einflusskraft. Somit bildet die Demokratie das trägste, unflexibelste, bürokratischste, monolithischste Gesellschaftssystem und hindert somit die Entwicklung alternativer politischer Ansätze. Ich will sie die Stagnation par excellence nennen.

* Zeigt es sich in der Schule, dem Bereich der Bildung, als effektiv und wünschenswert, das die ältere Generation der jüngeren lehrt, sich also ihrer Erziehung annimmt, warum wird diese Perspektive nicht auf das Ideal der Ehe übertragen? Wenn schon Ehe, dann doch eine solche in der die ältere Generation, also die erfahrenere Generation sich der jüngeren annimmt? Die erfahrenere Frau schult den Jüngling, damit sich dieser sodann im Alter dem jungen Mädchen widme? Geschlechtsliebe somit als Kollektiv, anstatt wie bisher als herumwandelnde Zweisamkeiten, die sich aufgrund ähnlichem Erfahrungsstand unter dramatischen schmerzhaften Szenen gegenseitig die Fragezeichen in die Herzen drücken?

* Die Gastfreundschaftlichkeit ist derjenige Abkömmling der Nächstenliebe, die dem nächst geliebten den direktesten Einstieg in das Ideal der Nächstenliebe ermöglicht. Denn Gast sein - bedeutet immer unter der temporären Obhut des Gastgebers zu stehen - gegen Nöte, die die Natur dem Menschen unmittelbar betreffen. Ist erst diese Basis gesichert, kann das Konto des Geben- und Nehmens wieder ausgeglichen werden.

Worum es geht

* synthetische Urteile a priori sind nur innerhalb von Körpern möglich, in denen der Beurteilende auch gleichzeitig der Gesetzgeber des Körpers ist. Daraus folgt, das die in einem solchen Körper lebenden Entitäten die "Wahrheit", also das korrekte Verständnis der Gesetze innerhalb des Körpers, zwar niemals beweisen können, aber durch Nachahmung des Körpers durch virtuelle Körper im Körper die Resultate, die sie durch die Analyse ihrer eigenen Gesetze beobachten, mit den Resultaten, die sie innerhalb ihres übergeordneten Körpers beobachten, vergleichen können, um daraus Rückschlüsse auf deren eigenen Gesetze zu machen.

* Diese Rückschlüsse sind, nachdem der Konstruktivismus, den ich als jüngsten Sohn der beiden großen Philosophen Kant und Schopenhauer betitele, die Möglichkeit der Erkenntnis der absoluten Wahrheit in Abrede gestellt haben, nun der nächste Meilenstein, der eine Kritik bedürfe.

* Das, was nun dem Transzendental-Philosophen, oder dem Metaphysiker, noch übrig bleibt, ist das, was ich als dem "Leben als ästhetisches Phänomen" erkannt habe.

* Ausgehend von der Annahme, der Konstruktivismus hätte Recht mit seinen Beweisen, das eine absolute wahre Erkenntnis der Welt nicht möglich sei; so bleibt die Begründung dieser These aber noch als gedankliches Spielfeld über. Auf diesem Spielfeld spielt eben mein Buch und kritisiert (=prüft) diese These und das resultierende Spielfeld.

RB15,5: Braunschweig 2

Riesigen Dank nachträglich für diejenigen, die mir das komplette Wochenende hier in der bisher gastfreundschaftlichsten Stadt meiner Tour Braunschweig so gemütlich gemacht haben; soerst wäre da die Katharina, der Jan, der Bene, der David, die Jenifer, die Eva und der Markus, sowie die beiden lebensabschnittsgefährten Sven und Michael.

Mit frischer Energie kann ich nun, dem immer kälter werdenden Gegenwind zum Trotze, meinen letzten 350 Kilometer von Braunschweig zu meiner Heimatstadt Recklinghausen über Paderborn und Münster noch auf mich nehmen. Innerhalb der nächsten 3 Wochen dürfen meine alten Freunde sich also darauf gefasst machen, das ich sie plötzlich besuche. Auch ein Resumee, sowie Pläne für zukünftige Touren wird es bald geben, ich denke da an Spanien oder Italien im nächsten Jahr. Vielleicht veröffentliche ich dann auch noch ein paar Fun Facts und Statistiken meiner Tour.

Jedoch sollte man den dritten Schritt nicht nach dem ersten Tun, es kann noch viel passieren...

bis zum nächsten Reisebericht!

p.s. Ich mag es gar nicht mit Geoff Rowley in einem Absatz erwähnt zu werden... scherzhafter Gruß an den Chefredakteur des Playboards; man sieht sich irgendwann, irgendwo, ... :-)

RB15: Branden, Magde, Wolfs, - Burg; Braunschweig

Bei meiner Abreise aus Berlin war es mir eigentlich relativ egal, in welche Richtung ich fuhr. Ich landete dann zufälligerweies in Potsdam und war dann sauer, das ich ja soeben eine Station zurück gefahren bin. Später stellte sich dann heraus, das dieser Weg vollkommen richtig war und ich auf dem Weg nach Brandenburg sowieso hätte durch Potsdam hindurch gemusst.

Ich skatete erneut, traf 2 junge Skater und besuchte mit ihnen nochmal die Stadt etwas genauer. Ich schlief dann bei Aldi und fuhr am nächsten Tag nach Brandenburg weiter.

In Brandenburg angekommen informierte ich mich bei 3 Mountainbike-fahrern, ob es denn hier einen Skate-Park gäbe. Sie eskortierten mich zum Braunschweiger Skatepark, der sich durchaus sehen lassen kann:




Ich skatete die Halfpipe sehr intensiv, und litt den ganzen Abend an Rückenschmerzen. Die geringen Temperaturen an den folgenden Abenden, die ich allesamt draussen schlafen werde, lassen diese Schmerzen auch ständig aktiv.

Dementsprechend fuhr ich am nächsten Tag nur bis nach Genthin. Auch hier schlief ich nachts auf einem Supermarkt-Parkplatz.

Die Fahrt nach Helmstedt am nächsten Tag kam mir verdammt lang vor, dabei waren es doch nur 42 Kilometer. Während es im hügeligen Gebiet entweder Bergauf, oder Bergab geht, so hat man in flachen Gebiet, entweder Gegenwind, oder Rückenwind. Zum Glück habe ich die letzten 500 kilometer noch Gegenwind, so das es nicht all zu langweilig wird:



In Helmstedt angekommen wollte ich mich gerade in diesem Brunnen duschen:




Als es plötzlich aus dem Fenster, aus dem dieses Foto geschossen wurde, im ähnlichen, wenn nicht sogar originalen Wortlaut: "Ey du, hast du mal Klopapier damit ich mir mein Arschloch abwischen kann?", gerufen kam, und ich aufgrund der Einsamkeit der letzten 5 Tage ohnehin sehr zutraulich geworden bin, riskierte ich mal einen Versuch...

Der Typ war total zugekifft und von Vodka zugeballert. Ich ging dann zu ihm hoch und begutachtete folgende Abschisshütte, nach dem ich hier duschte:






Das waren halt voll die psychedelischen Abschissfreaks; der Vodka-Typ war auch schwul. Er erinnerte mich sehr an Udo, falls ihn noch jemand aus meiner Simon-Zeit kennt. Als er aber anfing, auf irgend eine Oma einzuschlagen, die da plötzlich aus dem Hinterzimmer kam, wurds mir aber zu bunt und ich bin schnell geflüchtet.

Stunden später, um etwa 03:30 wurde ich das erste mal von einem Zivilpolizisten vom Parkplatz geschmissen. Da testete ich das Fahren bei Nacht und fuhr von der einen Ecke von Helmstedt zur anderen, um mich dann an einem BMW Autohaus nieder zu lassen. Nachts fahren ist also doch nicht so schön, wie ich anfangs dachte. Hier hat man mich aber trotz Kundenverkehr bis 12:00 ausschlafen lassen. Es war total am regnen so ging ich erstmal zu nem Supermarkt betteln; und Abends ging die Reise dann aber trotzdem noch weiter nach Braunschweig.

In Braunschweig angekommen hatte ich sofort eines dieser guten Gefühle, wie ich sie in Regensburg oder in Bayreuth und sogar auch in Leipzig und Berlin/Friedrichshain hatte. Und mal wieder hat mein Gefühl mich nicht getäuscht. Doch zuerst war ich skaten. Das Old Schooler auch Street skaten können, beweise ich an diesem Rail, dem ich sehr angetan war:




Die nun folgende Nacht besuchte ich mehrere Kneipen und Läden, die alle kostenlosen Eintritt hatten. Als Resultat hatte ich 4 Schlafplätze, von dem ich mir den vermeintlich besten bei Jenifer, zusammen mit Eva und David, ausgesucht hatte.

Das Wochenende hab ich komplett durchgebucht, allerdings an anderen Schlafplätzen. Montag wird meine Reise dann nach dem ausnüchtern wohl weitergehen.

Und falls es einem noch nicht aufgefallen ist: in Wolfsburg war ich gar nicht; weil es dort eh hässlich ist. Aber es passte so gut zur Überschrift :-)
Irgendwo zwischendurch rastete ich übrigens noch in Magdeburg, aber da war anscheinend überhaupt nichts los, so das ich es einfach mal nicht erwähne...

Und nun habe ich ihn WIRKLICH gefunden: Deutschlands beschissensten Skatepark der Welt.

DAS toppt mir keiner:



Nächster Halt wird wahrscheinlich Paderborn... Hannover wird übersprungen. Diese Aussage gilt zu 70%, sicher bin ich mir da noch nicht. Der Rücken ist übrigens wieder fast in Ordnung. Alles gute, bis dahin!

Der Mensch, der nicht zählen kann

Ein Bursche kam einst auf die Welt,
um den war es nicht gut bestellt.
Schon in der Schule früh, da merkte man,
das er einfach niemals zählen kann.

Beim Handel wurde er stets betrogen,
die Äpfel hätten doch viel mehr gewogen.
Na gut, die hälfte hätte ich dann gerne.
Dann zahlst du doppelt, oder ich verwehre!

Meter und Gramm, Stück und Liter oder gar Sekunden,
Einheiten wird er niemals ergründen
So fragt man sich, ob er denn irgendwann
überhaupt alleine leben kann.

So kam es, das er dann irgendwann
abgrundtiefen Hass für die Menschen gewann
Ich würde euch so gerne lieben -
doch nun geh ich lieber zu den Tieren

Über viele Jahre aber besann er sich,
ob Sprache nicht dem Zählen glich?
Was macht der Mensch mit seinen Worten?
Zählen! oder Gedanken und Gefühle horten.

Denn damals in der Schule enthielt man ihm was vor
und machte ihn damit zu diesen dummen Tor
eines, das sagte ihn keiner der Gelehrten.
Zählen - das ist: immer auch bewerten.

Bewerten - das machen Tiere nicht
und nun ward, das er alsbald Begriff,
das alle Gesell,- Freund und Partner - schaft
das Volk nur wegen des Bewertens ausmacht

Selbsterklärende Anleitung zum gesellschaftskompatiblen Aussehen - Teil 1

RB14: Berlin

Keine 100 Meter, nachdem ich das Internet-Cafe, in dem ich RB13 schrieb, verlassen hatte, traf ich Günter Mokylus:



Diese Shows macht er Hauptberuflich 6 Tage in der Woche und verdient im Schnitt etwa 170€ am Tag, also ein sehr gutes Monatsgehalt.

Auch Eddie lässt sich sehen:


Nachdem ich also den ganzen Tag dort verbracht hatte, stellte sich nach einigen Gesprächen mit den Leuten aus der Berliner Penner-Szene schnell heraus, wo ich was zu essen bekommen sollte: Bahnhofsmission Zoologischer Garten. Essensausgabe Rund um die Uhr. Für alle. Immer.

Auf der Suche nach einem vernünftigen Schlafplatz scheiterte ich die nächsten 2 Tage. Der Fehler war, das ich mich immer in den zentralen Stadtteilen aufhielt, und die Leute hier gar noch hochnäsiger als in München sind. Also schnell informiert, welche Stadtteile zu besuchen wären, und welche nicht. Kreuzberg gehört sicherlich zu den Stadtteilen, die man besuchen sollte wenn man Nachts nicht schlafen kann und ein Abenteuerurlaub erleben will. Friedrichshain und Prenzlauer Berg sind super geeignet für Menschen meiner Art. Total abegefuckt. Hier war der erste Ort auf meiner Reise, an dem ich mir nicht seltsam oder anders vorkam.

So verbrachte ich eine Nacht auf dieser Party:




Den Tag danach fühlte ich mich wie Danny Way:



Nachdem ich also alle Touristengebiete und auch ein Stück der echten Stadtteile geschnuppert hatte, traf ich noch meinen Vater mit seiner aktuellen Lebensabschnittsgefährtin (schönen gruß an dieser Stelle):


Insgesamt sind meine Erwartungen hier in Berlin exakt getroffen worden. Ein bunter Farbentopf von Menschen und ähnlichen Gestalten, bei denen jeder sein eigenes Ding durchzieht und nicht auf die anderen schaut. Eine perfektionierte Großstadt eben.

Entweder ist die Welt klein, oder der Zufall groß, aber ich traf ganz unerwarteterweise noch Sebastian mit Anhang (grüße an die Beiden) aus Regensburg (Rb10) hier in Berlin:



Traditionell liefere ich ja den Dom einer Stadt mit. So also auch hier der Berliner Dom:



Der Rückweg wird, vermute ich, nun sehr schnell gehen. Das Land ist flach und die Motivation ist groß. Mein nächstes angepeiltes Ziel ist Wolfsburg. Bis dahin!

p.s. Ich liefere nochmal nachträglich meine erste richtige Panne, die ich aber nach 15 Minuten schon repariert hatte, nach:

RB13: Leipzig, Wittenberg, Potsdam

Um etwa 13:00 führte ich meine Reise von Altenburg fort. Es ging recht flott voran, doch etwa 10 kilometer vor Leipzig endete plötzlich die Landstraße, und ich betrat ein altes Bergbaugelände. Auch die Schilder "Lebensgefahr" und "Betreten verboten" hinderten mich nicht daran, die letzten 10 Kilometer bis Leipzig über dieses hügelige und steinige Areal zu reisen. Auch der See, der bis 2011 noch in Flutung ist, störte mich nicht all zu sehr.

Abends erreichte ich dann Leipzig und fand auch recht schnell die Half-Pipe direkt am Bahnhof. Sie steht übrigens keine 50 Meter entfernt vom Geburtshaus Richard Wagners:



Abends stellte ich meine Wohnung, wie üblich, am Hauptbahnhof ab, und erkundete Leipzig. Da meine Gitarre mir zu sperrig geworden ist und ich keine Lust mehr hab, sie mit mir herum zu tragen, versuchte ich sie zu verkaufen. Das gelang mir zunächst nicht, aber dafür lernte ich 2 Punks, die wie Metaller aussehen, direkt am Bahnhof kennen. Wenig später kamen 2 suspekte Personen und Elli dazu. Nachdem wir dann noch in irgend so eine Kneipe die mich sehr ans Mysteria in Recklinghausen, nur größer und nicht so voll, erinnerte, gegangen sind, bot Elli mir für die nächsten 3 Nächte einen Schlafplatz im Internat in Leipzig-Connewitz an. Das passte mir sehr gut, denn hier hatte ich dann vollen Zugriff auf Conne Island, dem Skatepark mitten im Wald:
Kickflip up the London Gap; Bs 5-0
Hier spiel ich grad mal Bob Burnquist und droppe in.
Schönen gruß an dieser Stelle an Elli. Ausserdem hatte meine Unterkunft den Vorteil, das ich in Ruhe meine Gitarre verkaufen konnte, was mir auch für ganze 70 Euro gelang, und ich mir im Anschluss meine Ukulele für 30 Euro mit Lernbuch für 8 Euro ergattern konnte. Die Leipziger Skate-Szene hat ein erstaunlich hohes durchschnittsalter; man findet hier auch viele Old-School Fahrer, die es ernst meinen. Hier ein ganz besonders sympathisches Exemplar namens Christian, ebenfalls in Conne Island:
Nach den 3 Tagen gings dann weiter Richtung Wittenberg. Ich denke mal, die 70 Kilometer zwischen den beiden Städten habe ich nur so ohne weiteres verkraftet, weil es sehr Flach war, und zwischen diesen beiden Städten einfach nichts war, ausser Landstraße. Auf jeden Fall kam ich Abends an, fand die lokale, sehr BMX-lastige Skate-Halle, skatete noch ein paar Stunden und durfte sogar in der Halle schlafen:
Bedenkt man, das dies hier der absolut einzige Park für Skater und BMXer in der ganzen Umgebung ist, ist das doch schon mal nicht schlecht. Zur Lutherstadt Wittenberg an sich muss ich wohl nicht viel verlieren, es ist halt eine hässliche christliche Altstadt, und ich war froh eigentlich gar nicht so richtig dort gewesen zu sein.
Am nächsten Morgen also weiter auf der geradesten Landstraße, die ich je gefahren bin, nämlich die B2 zwischen Wittenberg und Potsdam. Jede Stunde mal eine Kurve. Also ebenfalls sehr direkt reiste ich erneut 70 Kilometer und war Abends trotzdem noch fit. Hier einige Rampen in Potsdam:
Funny Indy
Im Hintergrund rechts meine Ausrüstung, und links einige nette Jungs die mir später noch einige Münzen und sogar einen Schein gesponsort hatten, so das ich sogar was zu Essen habe.
Denn an dieser Stelle mal ein Wort zu meiner aktuellen finanziellen Lage. Diese sieht nämlich düster aus. Momentan ernähre ich mich vollkommen von Glück und von gefundenen und zugesteckten und erbetteltem Essen. Kriminell bin ich bisher jedoch noch nicht geworden und habs auch nicht vor. In Leipzig beispielsweise weckte mich eine alte Frau, als ich im Stadtteil Lindenthal vor einem Netto Supermarkt geschlafen habe, mit einem 10,- Schein; diesen musste ich dann aber fast komplett in einen neuen Topf investieren. Den vorherigen hab ich nämlich mehrere Tage nicht von der Käsesauce gereinigt und dementsprechend unzumutbar musste ich ihn himmeln.
Momentan befinde ich mich mit ganzen 3 Euro in der Tasche in Berlin. Die 30 Kilometer von der Stadtgrenze zum Zentrum hab ich gerade absolviert. Jetzt werde ich mal eine Woche hier bleiben und mir die Hauptstadt Deutschlands mal intensiver und auch heut Nacht mal anschauen. Skate-technisch hab ich hier bisher noch gar nichts gesehen. Aber gratulieren, das ich nun offiziell 3/4 meiner Tour absolviert habe, dürft ihr mir alle trotzdem... ! bis zum RB14:Berlin... :-)

Kurzmeldung [Instrumententausch, Buch]

Schöne grüße an alle. Hab grad die Chance, deswegen meld ich mich mal als Lebend in Leipzig. Bin hier vorgestern ganz gesund untergekommen und führe meine Reise, wenn das Wetter morgen besser ist, fort. Schätzungsweise Sonntag erreiche ich dann Berlin.

Meine Gitarre habe ich verkauft. Für 70 Euro. Hab mir dafür eine Ukulele geholt! Passt nämlich besser zu mir, und Gitarrespielen ist mir ohnehin langweilig geworden weil: zu einfach. Ausserdem ist das sperrige Ding weg und meine Reisegeschwindigkeit hat sich um 2km pro Tag bei gleichem Energieaufwand gesteigert :-) Im nächsten Bericht gibts Fotos.

Heute nutze ich, da es eh den ganzen Tag regnet, meine "Wohnung" die ich mal wieder temporär zur Verfügung gestellt bekommen habe (Details im nächsten RB), um mich mal wieder etwas in die Materie meines Buches einzudenken. Wenn ich mir mein bisher geschriebenes Anschaue, glaube ich, ich fang nochmal von vorne an. Mach ich natürlich nicht, aber ich überarbeite einiges nochmal und mache es Anfängerfreundlicher bzw. Präziser an einigen Stellen. Am meisten hat mich ja erschreckt, das ich selber einige Dinge in der kurzen Zeit vergessen habe und somit meinen eigenen Text nicht mehr verstehe... ist also momentan noch vom untersten Niveau, aber ich arbeite dran :-)

Schönen gruß mal an die Leipziger Skater an der Halfpipe 500 Meter vom Hauptbahnhof entfernt ;)

und dann nochmal einen schönen Gruß an alle anderen, denen ich bisher so begegnet bin.
machts gut, euer Herbert...