moralische Beobachtungen

Dieser Text stellt die überdachte Formulierung des Textes Moral als Konsequenz oder als Ursache? dar

Menschen, die sich einem kollektiven Sammelsurium von Richtlinien, Geboten, Gesetzen oder Verhaltensempfehlungen unterwerfen, sprich, sich mit dem Titel des "Gutmenschens", des "Weltgewissens" oder dem "Bürger des Landes" schmücken, haben zwangsläufig die Eigenschaft, keine Individualität, keine Phantasie und keine Motivation zum Leben aus eigener Kraft zu haben. Diese 3 Stichpunkte bilden Kategorien, welche ich näher erläutern und meinen Standpunkt zu ihnen begründen will:

1.) Freiheit ("Individualität")
Wird ein heranwachsender Organismus durch äussere Umstände an seiner reinen Entwicklung gehemmt, hat das zur Folge, das die volle Qualität des Potenzials sich nicht entfalten kann. Stattdessen wird Individual-Qualität zur Dienstbarkeits-Qualität gewandelt, und der Organismus waltet nun fortan nicht mehr für sich, sondern für die Norm, die Familie, das Gesetz, der Ideologie oder der Politik, die seinen Werdegang unterbrach.

Dem physiologischen Organismus ist, im Menschen, der psychische Charakter untertänig. Sollte der psychische Charakter nun frei von allem Zwang auf eine Ideologie, Gesetz, etc. - kurz: auf eine Handlungsmotivation stossen, so steckt diese Motivation bereits ursprünglich im Wesen des Charakters, und ist damit kompatibel. Somit ist dies die gesunde Form einer sich entwickelnden Charaktereigenschaft.

Obwohl die Anzahl der Möglichkeiten der Entwicklung einer Persönlichkeit, die die Demonstration des Charakters im Alltag ist, ausserordentlich hoch ist, zeichnen sich im Alltagsbild klare Strukturen ab. Kulturströmungen, Stände, Religionen, Idole, oder Statussymbole. Wären die Instrumente der Institutionen, die für die Anteilnahme an ihnen werben, nicht so verführerisch, oder aber der sich entwickelnde Charakter von Personen nicht so leichtgläubig, so wäre es nicht die Norm, eine Identität zu sein, die sich, wie ein Baukastensystem, aus den am soziologischen Markt bietenden Angeboten, zusammensetzt.

Funktionale Menschen sind immer die Regel, immer zuerst anzunehmen, und ziehen sich durch alle Stände. Er findet sich nicht zwangsläufig gehäuft in den niederen Schichten des Ressentiments. Ganz im Gegenteil, in der Mittelschicht finden sich die besten Exemplare dieser Gattung; denn weder die Not, noch der Überfluss führen diese Menschen auf einen Wink, ihre Situation auch nur einzugestehen. Der wohlhabende ist sich der Situation meist bewusst, aber es wäre für ihn dumm, etwas zu tun, das die Situation ändern würde.

Ein solcher funktionaler Mensch ist für mich, ganz persönlich und subjektiv beurteilt, abstossend. Sie sind Inventar des Lebens, wie auch andere Dinge in der Aussenwelt. Schon früh habe ich es damals intuitiv gelernt, mit diesem Inventar umzugehen. Trotzdem ist es eine Geschmacksfrage, ernsthaften Verkehr mit Inventar-Menschen zu tätigen; und in meinem Falle ist es gegen meinen Geschmack.

2.) eigene Werte ("Phantasie")
Macht man sich erst Frei von den oben erklärten moralischen Zwängen, steht man nun vor einem neuen Problem. Das Feld der Möglichkeiten, sich zu entfalten, ist groß, nahezu unendlich groß. Nietzsche spricht im Vorwort von "Menschliches, Allzumenschliches" von einer krankhaften Vereinsamung, von der es noch ein weiter Weg ist, bis man sich dem Leben wieder nähert. Dieser Fall trifft auf Nietzsches Konzeption des freien Geistes vielleicht zu; in meinem Fall gibt es aber keine erneute Annäherung an das Leben, da ich mich ihm niemals entfremde. Einzig die Art, oder der Stil, den ich ausübe, um mich in "dem Leben" zu manifestieren, ist non-konformer, also nicht angepasster Natur. Ein moralbefreites Leben in einer moralischen Gesellschaft fordert an einigen Stellen eine künstliche Kompatibilität, die ich immer bereit gewesen bin, zu opfern.

Kulturelle Strömungsvorlagen in Form von Jugendbewegungen gibt es Zuhauf, einige Ausgestorbene, einige Aktive, und auch einige Neulinge. Sich diesen unterzuordnen wäre die Kapitulation der eigenen Individualität, und ist damit zu vermeiden. Künstliche Kompatibilität setzt aber voraus, das man mit einigen von ihnen symphatisiert, da man zwangsläufig mit ihnen in Kontakt tritt.

Der aktiv rebellische Jugendtypus, der Punk, der Hooligan oder der Metaller setzt sich gegen die Ideologie des herrschenden Systems ein; der passive Jugendtypus, wie der Hippie, oder der Anarchist setzt sich eine Parallelideologie, der er fortan mit seinen Argenossen angehört, an. Zum Schluss gibt es die Jugendbewegungen der Rohheit, Primitivität und Dummheit, der echte Gangster. Diese erreichen Nichts.

Zu allen diesen Strömungen eine der Situation angepasste Kompatibilität spielen ist Phantasielos. Für das Formen einer eigenen Kultur, die per Definition Elitär ist, nämlich seine eigenen Werte darstellt, ist Phantasie notwendig. Der Mangel an Phantasie bringt erst die Strömungen zusammen.

3.) Optimismus ("Schöpfen der Energie aus eigener Kraft")
Schopenhauers Pessimismus ist konsequent gedachte, wahre Weisheit. Er ist ebenso wenig zu leugnen, wie die theoretische Wahrheit des Solipsismus. Die Nichtigkeit des Lebens lächelt uns mit jedem tiefergehenden Gedanken über unsere Erscheinung in der Aussenwelt an. Spätestens der Tod macht alle Mühe zunichte. Allerdings war das pure Phänomen der Erscheinung des Lebens, in seinen Farben, Formen, Konturen und Kulturen für ihn immer negativ konnotiert, da er ausschliesslich das wahre (nichtige) Wesen dieser Erscheinungen beurteilte. Da man einem Phänomen aber nur das als Real attestieren kann, als das es erscheint, ist es falsch, ein Wesen eines Phänomens zu beurteilen. Es muss das, was erscheint, beurteilt werden, und das ist nunmal die farbenfrohe Welt, in der die Menschen herumtollen. Dieser kann doch wenigstens der Dualismus der Freude und des Leids, sprich, der Glückseligkeit mit Sicherheit attestiert werden. Damit ist der Schlüssel zum Glück eben nicht die epikureische Askese, sondern die dionysische Ekstase, der Rausch, der Lebensmut.

Dies ist der letzte Schritt, zu dem, wieder ganz persönlich gesprochen, ich mich bekenne - und die Variante, mit der ich meine Lebensfrist absolviere. Die Weltreise ist konsequenz aus alledem: Freiheit, Unabhängigkeit, Lebensenergie. Einzig an der Phantasie mangelt es mir noch. Aber diese Begabung fehlt mir nunmal. Ich habe nicht umsonst früher ausschliesslich weisse T-Hemden getragen, um damit auszudrücken, das ich nichts auszudrücken habe...

Bemerkungen zur Weltreisemotivation

Als ich im November 2006 den Text "Über meinen Narzissmus" schrieb, bin ich gerade seit 16 Tagen 22 Jahre alt gewesen. Wenn ich nun fast 2 Jahre später diesen Text lese, erkenne ich mich dadrin wieder, als jemanden, der etwas zu sagen hat; der es aber nicht in reiner und und unabhängiger Art und Weise auszudrücken weiss. Konkret, hier schreibt ein Narzisst, der durch die Erklärung, warum er Narzisst ist, auch weiterhin durch seine Leser Bewunderung und Anerkennung gewinnen möchte. Der Text ist ein Narzissmus-Häppchen.

Mittlerweile kenne ich die Ursachen für meine leicht narzisstische Persönlichkeitsentwicklung besser. Diese dort gemachten Aussagen über meinen Narzissmus waren nicht falsch, sondern nur mit Befangenheit von narzisstischen Motiven formuliert. Zwar macht der Beginn des Textes meine Befürwortung solcher Eigenschaften deutlich und generell klar. Verfälscht und unrein wird der Text aber, sobald ich auf die narzisstischen Eigenschaften meiner eigenen Persönlichkeit komme.

Ich nehme nun dies als Vorraussetzung, um einige Bemerkungen, warum ich mich in das Schicksal, der Anstrengung und den Gefahren einer Weltreise mit dem Fahrrad begebe, zu machen.

Glücklich zu sein ist schwierig, da Schopenhauers Formel, das das Glück negativer Art ist, also Glück immer nur eine Übergangsperiode bis zur nächsten Periode der Langeweile oder des Unglücks ist - Langeweile und Unglück somit das positive, stets vorhandene, darstellt, in meinem Weltbild zutrifft. Im Gegensatz zu Schopenhauer ziehe ich jedoch aus dieser Feststellung nicht die Konsequenz, das der Welt ein pessimistisch zu bewertendes Prinzip zu Grunde läge.

Ich mische nun eine weitere, gut bekannte philosophische Formel eines anderen, ähnlichen, bekannten Philosophen dazu, um meinen Standpunkt darzustellen.

Nietzsches Prinzip des Willens zur Macht waltet in Organisationsformen niedrigster Instanz, wie dem menschlichen Phänomen, mitsamt Körper und Geist, aber auch in höherer Potenzierung, wie in staatlichen Organisationen und Kulturen. Die hier in unseren Breitengrade etablierte westliche Kultur hat es sich nun als Ziel und Resultat gesetzt, einen Organismus zu züchten, dessen innere Motivation die Kontrolle ihrer Teilnehmer ist, denen die Freiheit und Mündigkeit genommen wird. Als Gegenleistung bekommen die "Individuen" (die ihren Namen nicht mehr verdienen) dafür eine Erlösung aus dem Prinzip des Lebenspessimismus, durch Methoden wie die verherrlichung der Arbeitswilligkeit oder dem schüren von gegenseitigen Neid auf den Besitz des nächsten. Das ist kein Wille zur Macht, sondern aller höchstens Wille zum Leben.

Wahrscheinlich ist dieses Ordnungsprinzip nur das Resultat eines intelligiblen waltenden Ordnungsinstinktes; aber es ist hier nicht die Stelle für mich, darüber Theorien aufzustellen.

Fest steht in meinen Augen, das es so ist.

Nun schliesst sich der Bogen mit der Einleitung; denn was ich nun mehr über die Entwicklung meines Narzissmus weiss, als ich es früher wusste, ist, das er eben nicht nur eine herkömmliche Reaktion auf meine Kindheitsmarterungen in der Hauptschule, dem sozialen Ausstoß aufgrund der Andersartigkeit, meine mangelnde Liebe und Interesse an Menschen in der Jugend aufgrund meines frühen Computer-Wahns, oder irgendwelchen ähnlichen wertlosen Belanglosigkeiten ist, sondern er ist das, was ich im Text "über meinen Narzissmus" noch fälschlicherweise als Patriotismus dargestellt habe, - nämlich Rebellion.

Es wurzelte in mir meine eigene, private Vorstellung von Werten und Moralischen Handlungsweisen. Früh erkannte ich das barbarische und unnatürliche und jenseits aller Vernunft wirkende des kapitalistischen Geldsystems; Seit nahm ich den Irrsinn Geld, und dem gesamten Finanziellen und Psychologischen Zubehör, der damit verknüpft ist, wie Ruhm, oder Kleidung, oder Prunk nicht mehr ernst. Ich erkannte die Oberflächlichkeiten menschlicher Gestiken und Mimiken im Alltag; seit dem war mir die Öffentlichkeit egal. In etwa an dieser Stelle entwickelte sich auch die bei mir niedrig vorhandene Scham. Denn wovor sollte man sich schämen, wenn man nicht man selbst ist, und keine Instanz verkörpert. Es entwickelte sich meine Widersprüchlichkeit, die den mich besser kennenden Menschen in meinem Freundeskreis im laufe der letzten Jahre aufgefallen ist. Ich gehe so weit, sogar zu behaupten, das meine Variante der Faulheit, daraus resultiert, das mir das Material an Dingen, an denen ich Ernsthaft tätig sein konnte, fehlte. Man kann sagen, meine Vorstellung von Macht konnte in dieser Welt nicht wurzeln.

Während meiner Deutschland-Reise entwickelte sich nun wunderlicherweise etwas, was ich bisher immer als die "schönste Zeit in meinem Leben" titulierte, nämlich, das ich Ansatzweise, nur ganz Rudimentär, einige meiner wahren Wertevorstellungen in mir aufblühen sah. Das war ein Moment, an dem ich wahrhaft positiv besetztes Glück empfand; mein Wille zur Macht fühlte sich das erste mal gestreichelt; mein intelligibles Inneres hatte da erste mal eine Bestätigung. Wenn ich sage, ich bin ein Freiheitsliebender Mensch, dann meine ich damit nicht, das ich in Freiheit leben will, sondern das ich die Freiheit haben will, meinen intelligiblen Anforderungen an mich und der Aussenwelt nachzukommen. Da nun, warum auch immer das so sein mag, meine intelligiblen Vorstellungen verhältnismäßig stark von der Norm abweichen, fiel mir das immer besonders schwierig, und ich musste schwierige, unverständliche Methoden anwenden, um es durchzusetzen. Im Auftakt zur Weltreise nun wiederrum, bin ich höchst motiviert, herzrasend vor Glücklichkeit und wahrer Freude.

Denn es gibt mehrere Aspekte, die mich hoffen lassen, das ich meine intelligiblen Vorstellungen nun mehr als nur Streicheln werde. Ich habe einen Reisepartner, mit dem ich mich austauschen kann, der mich ergänzt. Aber trotzdem keine Verpflichtung; wenn das freundschaftliche Verhältnis auslaufen sollte, dann ist es traurigerweise so, und ich bin zum Alleine sein bestimmt. Meine bisherigen Hochschätzungen lassen mich aber auf eine Zweisamkeit tippen. Ich habe keinen Zeitpunkt, zu dem ich zurückkehre, oder Fertig sein muss. Das gesamte Lebensgefühl wird umgestellt, es gibt kein absehbares Ende. Mein Druck, meine sozialen Bindungen und Pflichten, mein Gewissen ist beruhigt - denn die Anzahl wahrer Freundschaften, die ich hier in meiner 23 jährigen Sesshaftigkeit machte, ist schwindend gering. Damit ist der Verlust zu verschmerzen und ich bitte jede(n) Betroffenen hier seine/ihre Trauer durch Verständnis meiner Motive zu besänftigen.

Weiterhin bin ich mir stärker als je zuvor über meine Motive im klaren, und es ist nun nicht mehr, wie ich anfänglich mal behauptete, ein "Selbstfindungstrip". Es ist auch, wie einige meiner Freunde behaupten, keine Tat um irgendwelche Anerkennung oder Ruhm oder Befriedigung meines Narzissmus zu erlangen. Es ist ein selbst-autonome Tat.

Was mir auch diesmal noch fehlen wird, ist die finanzielle Unabhängigkeit. Ich gehe aber davon aus, das ich dafür kämpfe, falls ich mich irgendwann entscheiden sollte, genug gereist zu sein, und mich nieder zu lassen.

Alles im allen, trotz aller guten und schlechten Stimmen die ich zu diesem Unterfangen höre, habe ich noch immer, lückenlos, das Gefühl, etwas richtiges zu tun.

Weltreise Designvorschlag 2

Dies ist unsere Küche, Modell "Ja! Spaghetti italienisch" und "Coleman Peak 1 Kocher (Stove) Benzin":


Der Designvorschlag 1 wird nicht durchgeführt, da das Fahrrad auf diesem Bild geklaut wurde. Trotz zweimaligen Abschliessen. Damit ist also auch diese Original-Requisite meiner Deutschlandreise vernichtet.

Moral als Konsequenz oder als Ursache?

Achtung: Der Gedanke dieses Textes wird vollkommen verfälscht dargestellt. Dank Odal bin ich darauf gekommen, das ich den Gedanken in Kürze völlig anders formulieren werde, siehe die Kommentare. Somit distanziere ich mich von diesem voreilig geschriebenen Text, danke


Das Phänomen der Moral, als reglementierendes Gesamtwerk von Kulturen, Nationen, Religionen oder Ideologien ist immer nur eine Konsequenz, ein Rechenergebnis eines grundsätzlich waltenden Instinkts von Gruppierungen. Erstaunlicherweise geht der Trend dahin, den Weg umzukehren, und erst eine Moral zu begründen und zu legitimieren, um auf diesem Fundament dann die Kultur, oder die Glaubensrichtung, erwachsen zu lassen. Zumindest wird dieser Schein in den Moral-hinterfragenden Geistern erzeugt, der sich unsere Bildungsanstalten und Glaubensgemeinschaften anschaut.

Um seinen Blick frei von aller Moral zu machen, ist es wichtig, sich zunächst die tatsächliche Anatomie der Moral zu verinnerlichen. Es ist immer erst der ahnungslos handelnde Mensch, dann die Erfahrung, und zum Schluss die Moral, die das Licht der Welt erblicken. Wäre die Moral zuerst, durch einen Wunder-Ursprung, wie es beispielsweise die Christen oder Juden, aber auch politische Institutionen, die sich auf dieses Gedankengut stützen, annehmen, auf der Welt, dann hätte Sie sich also nie entwickelt, und würde als fehlerfreies, reines Gebot über dem menschlichen Geschehen auf dem Erdball walten.

Es zeigt sich, das eine Menschenvereinigung, die fanatisch an einen Wunder-Ursprung glaubt, auch gleich härter bemüht ist, ihre Mitglieder an ihre Moralvorstellung zu binden. Beispiele hierfür sind alle Formen von orthodoxen Religionen, oder der Islam.

Tatsächlich ist das europäische Moralgebäude, das sich seinen Wurzeln, seinem Ursprung, seinem Geiste, von Generation zu Generation weiter entfernt, längst alles andere als fanatisch. Die Moral wurde Institutionalisiert. Europa ist keine Moral, sondern Politik. Ein Glaube an die Moral existiert nicht mehr; die Möglichkeit des Unglaubens an die Moral wird den Bürgern der europäischen Kultur nur genommen.

Ich gebe ein Beispiel.

Der einzige Verdienst, dem ich der christlichen Moral anerkennen möchte, ist, das sie es geschafft hat, das wütende Raubtier aus dem Menschen zu nehmen, und ihn zu zähmen. Erst, seitdem der Mensch zahm geworden ist, konnte er überhaupt über solche Konzepte wie der Gerechtigkeit, der Wirtschaft oder der politischen Macht sinnieren. Zuallerletzt ist es ihm gelungen, die Moral an sich philosophisch zu betrachten. Wenn heute noch "moderne" Christen von Nächstenliebe oder der ewigen göttlichen Gerechtigkeit schwärmen, so sind es verliebte Überbleibsel des christlichen Gemeinschaftsgefühls, das nunmal auf recht fanatische Weise ihren moralischen Wunder-Ursprung annahm. Der grundwaltende Instinkt war ihre Liebe zum friedlichen beieinandersein.

Der Abbau dieses christlichen, aber auch allen anderen Kulturgebäuden geschieht automatisch durch die Vermischung aller moralischen Werte, wie es in unserem "Informations"-Zeitalter geschieht. Dieser nihilistische Zustand der Kultur hat also keinen Glaubensmangel, sondern einen Glaubensüberfluss, eine Flut an potenziellen Werten und Idolen, zur Ursache. So wird die Moral zur Konsequenz und Ursache zugleich. Sie ist damit, ähnlich wie das kapitalistische Finanzsystem, eine immer wieder neu explodierende Seifenblase, die eine Vernichtung aller in ihr aktuell wirkenden Werte zur Folge hat.

Der sich von einer Moral unabhängig machende ist damit demjenigen zu vergleichen, der sich finanziell unabhängig macht, und sich selbst versorgt. Vorraussetzung dafür ist es, stark genug zu sein, um das, was die Moral - oder das Finanzsystem - bietet, aus sich selbst schaffen zu können. Denn so, wie die Integration in das Finanzsystem leicht vor Hunger schützt, und Sicherheit schafft, so schützt die Moral vor der Grausamkeit und dem eigenen Raubtier. Erst der sich selbst versorgende - und selbst zähmende Mensch, hat ein Recht dazu, der Moral zu entsagen.

Routenplan

Dies ist unsere korrigierte bisherige europäische Routenplanung, gelesen von Links nach Rechts und von Oben nach Unten.


DeutschlandFrankreichSpanienFrankreichItalienKroatienMontenegroAlbanien
Recklinghausen
Bochum
Essen
Düsseldorf
Köln
Bonn
Remagen
Koblenz
Mainz
Worms
Mannheim
Heidelberg
Kaiserslautern
Homburg
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Sainte-Menehould
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Somme-Tourbe
Somme-Suippe
Epernay
Château-Thierry
Meaux
Paris
Rambouillet
Chartres
Le Mans
Angers
Nantes
La Rochelle
Royan
Bordeaux
Dax
Anglet
Irun
Bilbao
Navarra
Zaragoza
(optional Madrid -
2x275 Kilometer?)
Lleida
Barcelona
Perpignan
Montpellier
Marseille
Toulon
Cannes
San Remo
Imperia
Diano Marina
Alassio
Albenga
Finale Ligure
Savona
Varazze
Genova
Mailand
Legnago
Este
Monselice
Montegrotto Terme
Mira
Venedig
Cavallino
Jesolo
Trieste
Rijeka
Crikvenica
Covici
Gospic
Gracac
Knin
Sinj
Makarska
Bacina
Herceg Novi
Bar
Ulcinj
Lezhe
Lac
Durres
Kavaje
Divjake
Fier
Patos
Armen
Gjirokaster
Konispol


Anschliessend folgt hier folgt Griechenland. Hier wirds richtig haarig, da hier viele Berge und keine Städte dazwischen kommen. Ziel ist Athen, also müssen wir einmal ganz durch Griechenland durch. Wie wir das machen sollen? Vorschläge bitte melden...

die Kultur als Kunst

Es liegt in der Definition des Begriffes "Kultur", das sie immer eine höher potenzierte Darstellung uns a priori gegebener Formen ist. Abgesehen von krankhaften, entarteten, schädlichen Kulturen kann immer, abhängig vom Grad der Sublimierung transparenter oder umständlicher, von der Implementierung der kulturellen Darstellung auf einen Ursprung geschlossen werden, und auch zusätzlich ein chronologischer Report der Entwicklung gemacht werden.

So ist die europäische Esskultur mit Messer und Gabel ein Symbol der Reinlichkeit des Menschen(*1), Länderflaggen ein Symbol von Identität, Kleidung ein Träger von aristokratisch geprägten Rang -und Machtstati eines Menschen; Titel, Adel und Anreden sind weitere Mechanismen zur sozialen Anordnung, die als kulturelle Werkzeuge dienen. Das Gesetz -und Strafsystem ist ein Spiegel, wie stabil die Kultur und der Glaube an sie ist. Dies alles nur, um einige Beispiele von transparenteren, geläufigen kulturellen Produkten zu nennen.

Kulturen entwickeln sich nicht linear, sondern sich selbst ständig erneuernd - der Zelle im Organismus zu vergleichen. Auch andere Schemata sind einem Organismus ähnlich, so das Verhalten, wenn der Kultur die "Nahrung", sprich die Ideologie und das Gedankengut dahinter, verloren geht; oder die Missbildungen bei zu schnellem heranwachsen oder der verfrühten Mutterleibstrennung von Organismen.

Im Unterschied zu Organismen entwickeln sich Kulturen aber nicht rein, sondern können non-kulturelle Einflüsse, wie etwa der Politik oder dem temporären Hype einer Menschenmenge durch plötzlich kollektiv auftretendes Gedankengut, erleiden.
Der Einfluss dieser Fremdkörper ist einer solch unautonom entstandenen Kultur nicht unmittelbar abzulesen; erst eine konkrete, präzise Analyse gibt hier Aufschluss über die wahren Zutaten einer solchen Mixtur.

Die Bildungs-Kultur ist der für die Einverleibung der Kollektiv-Kultur eines Standes hauptverantwortliche Wertegeber. Angefangen mit der σχολή der Griechen, die erstmalig das Konzept einer Schule, wie wir sie in der heutigen westlichen Zivilisation etabliert sehen, erdachten, erleichterte es diese Institution nun von Generation zu Generation, autonome Kulturen durch und mithilfe non-Kultureller Zutaten zu würzen. Während der noch frühen Entwicklungsphase eines Organismus eines Individuums lassen sich am leichtesten Wertevorstellungen der aktuell gültigen Kultur einimpfen.

An der Stelle, an der die Kultur eines Menschen sich nicht mehr Autonom, sondern durch äussere Einflüsse, gestaltet, beginnt die Züchtung des Menschen und damit die Kunst der Kultur.

Es kann nun mit verschiedenen Kulturformen gespielt werden; es kann probiert werden, wie kompatibel sich diese kulturelle Vorstellung mit jener darstellt. Es können auch Abarten und Perverse Kulturzustände, die glücklicherweise aber auch schnell aussterben, ausprobiert werden. Die Leitung dieser Szenen, übernehmen die politisch mächtigsten Teilnehmer der Szenerie des Lebens; sprichwörtlich die oberen Zehntausend. Dies sind die eigentlichen Künstler und Autoren des Menschen-Getummels.

Die Revolution, die ein solches Konzept verändern könnte, ist utopisch und nahezu ausgeschlossen, da das menschliche Kollektiv, ich nenne es mal, die Menschheit, in sich trägt, so mit ihren einzelnen Individuuen zu widerfahren. So wie auch in allen Tierordnungen hat hier ein Mensch, auch trotz seiner Individualität stets einen kulturdienlichen Zweck. Desweiteren sind die politischen Institutionen durch viele Sicherheitsvorkehrungen vor einer solchen Revolution geschützt. Die Masse wird geradezu narkotisiert, so das sie weiterhin als belustigende Puppen auf der Bühne tanzen können, ohne von der Bühne zu springen.

Das sich von diesen Leinen losmachende Individuum wird doch zunächst nicht auch zum Künstler, sondern zum Zuschauer. Schon alleine dieses Exemplar von Mensch ist ein seltenes, beachtenswertes Geschöpf. Aber erst derjenige, der aus sich selbst seine Moral -und Wertevorstellung schöpft, wird zum Künstler einer neuen, eigenen Kultur, die sich fortan als sein Produkt, seine Geschichte und sein Wahn, in der Welt etablieren darf.

*1 Fußnote: Das es praktischer ist, mit Besteck zu essen, kam als Nebeneffekt und Konsequenz der Kochkunst, die erstmalig feste Nahrung mit Flüssigkeiten mischte.

Herbert, Zylka und Randoms

Ein kurzes Skate-Videöchen gibt es seit wenigen Minuten auf Youtube.

Gute Arbeit, Zylka.

physikalische Demonstration des Ollies

Ich kann von Zylkas Skateboard-Fähigkeiten nicht genug bekommen, deswegen muss ich hier noch einen fabelhaftes Exemplar des Ollies, die 4er Stufen am Dortmund Hauptbahnhof hoch, demonstrieren.

Maschis Hauptschulgeschichten 3

Es ist schon seit meiner frühsten Kindheitserinnerung eine Eigenschaft in mir vorhanden, die sich auch regelmäßig durch meine Taten nach aussen hin zeigt. Es ist mein Hang zum Übertreiben, oder zum imaginieren von Handlungen und Situationen, die ich getan habe bzw. die mir passiert sind. Durch solche kleinen bewussten Lügen habe ich es von kleinauf verstanden, mir einen kleinen Vorteil bei meinen Mitmenschen zu schaffen.

Oftmals benutze ich diese Technik jedoch auch nur, um mich Gut zu fühlen - meinen Narzißmus zu streicheln. Das ist Moralisch gesehen falsch, und ich rate auch jeder Person ausdrücklich davon ab.

Ich möchte den Höhepunkt meiner Übertreibungen, den ich mir damals auf der legendären Hauptschule an der Wasserbank geleistet habe, hier erörtern, und anschliessend skizzieren, warum sich meine Verhaltensweise vor kurzer Zeit geändert hat. Ich weise darauf hin, das sich der Charakter des Menschen nicht ändert - aber die Methoden, zu denen ein Charakter sich seine Befriedigung schafft, sind durchaus veränderbar.

"Prank Call" ist der englische Begriff für etwas, das ich früher gerne getan habe. Es geht dabei darum, wahllos zufällige Telefonnummern zu wählen, und die Person am anderen Ende so gut es möglich war, zu verarschen. Auch hier hab ich es irgendwann einmal übertrieben, und mitten in der Nacht zufällig einen Juwelier angerufen. Es meldete sich der Anrufbeantworter. Spontan, und leider realistisch, sprach ich ihm eine Drohung, er solle doch bitte eine gewisse Summe X auf Kontonummer [zufällig] überweisen, da ich sonst [seinen Laden in die Luft jagen/ausrauben/ihn töten](habs genau vergessen) werde. Ich vergass diesen Anruf in der Flut der ganzen anderen Anrufe, die ich in dieser Nacht noch tätigte.

Wenige Tage später bekam meine Mutter, bei der ich damals noch wohnte, natürlich Post von der Polizei. Irgendwie bekam das nun die ganze Klasse, ich war damals glaube ich in der achten, mit. Da es in der Anklageschrift "räuberische Erpressung" lautete, und sich dies ebenfalls deutlich und amtlich in der Klasse herumgesprochen hatte, waren mir nun alle Türen und Tore offen für die extremsten Übertreibungen, die man sich - zu diesem Zeitpunkt im Leben - nur vorstellen konnte.

Ok. Meine Geschichte, wie sollte sie auch Schwächer ausfallen?:

Ich war am Wochenende auf einem Computer-Geek Treffen, und habe mich durch eine Sicherheitslücke im Premiere Zentral-Server auf deren Sendungsplan eingeloggt. Hier habe ich das Nachtprogramm von irgendeinem Premiere-Sender komprommitiert und einen kurzen Porno-Clip eingefügt. Anschliessend natürlich dem Konzern Premiere gedroht, das wenn er mir nicht regelmäßige eine gewisse Summe x zahlt, ich dies regelmäßig tun werde. Dummerweise habe ich beim ausloggen meine Spuren nicht verwischt, und deswegen bin ich - von wem auch sonst? - vom FBI erwischt worden.

Die ganzen Geschichten, das ich von FBI-Agenten von Zuhause abgeholt wurde, um zu meiner Verhandlung zu kommen, waren natürlich obligatorisch dabei.

Realistisch betrachtet, ist die Anzahl der Personen, die mir das geglaubt hatten, null. Aber ich fühlte mich so richtig gut, weil ich mir einbildete, die Personen glauben mir wenigstens ein bisschen, da meine Anzeige ja amtlich (und wahr) war. Klar, hätte ich nicht so übertrieben, und mir eine glaubwürdige Geschichte ausgedacht, wäre ich für eine Stunde das Gesprächsthema der Klasse geworden. So habe ich es wenigstens zu einem Lacher geschafft.

Abgesehen von diesen aufgrund von Übertreibung "gescheiterten" Versuch, mein Ego aufzuwerten, habe ich in meinem Leben auch viele kleinere Bevorteilungen praktiziert. Einige davon sind, meines Erachtens, auch erfolgreich gewesen, und sogar bis heute unaufgedeckt. Ich denke ich habe sogar einige davon Vergessen.

Denn summa sumarum haben diese ganzen erbärmlichen Lügen exakt diesen Zweck: Das aufwerten meines Egos.

Alles was glänzt, benötigt Betrachter, damit es an Wert gewinnt. Damit ein "Ego" Wert gewinnt, sind erstaunte Betrachter nötig. Das erstaunen und wundern anderer über meine Andersartigkeit, egal ob diese in Bezug auf diesen oder jenen Sachverhalt Echt oder Unecht ist, ist der Messfaktor für den Wert meines Egos. Und dest so wertvoller mein Ego, dest so schöner mein Gefühl.

Also: Ziel meines Charakters ist es, den Wert meines Egos zu maximieren. Bisher durch oben genannte Methode. Im Laufe meines bisherigen Lebens und durch die Erfahrungen, die ich gemacht habe, will ich mir eine Umkehrung der Perspektive zumuten, die eine Veränderung meiner bisherigen unedlen, unmoralischen Handlungsweise nach sich führt.

Denn ich sollte mein Ego nicht nach der Quantität, der Anzahl, der Betrachter und Beurteiler meines Egos bewerten, sondern der Qualität. Sämtliche 20 Mitschüler der Wasserbank damals in meiner Klasse, waren Qualitativ als Betrachter meiner Persönlichkeit unzulänglich, wertlos, nutzlos, es waren Schundmenschen, Abschaum und Dreck. In diesem Dreck habe ich mich wie ein Schwein gesuhlt, und mich in deren Verwunderung über meine Andersartigkeit wohl gefühlt.

Für meine heutige, umgedrehte Perspektive, ist genau diese Handlungsweise eine Ego-Wert vermindernde. Denn mein Weltbild, und mein Bezug zu Menschen um mich herum, hat sich (endlich) geändert.

Denn in 3 Monaten bin ich nach aussen hin Vagabund, und reise physisch durch die Welt; aber innerlich bin ich dieser Vagabund schon seit längerem. Und wie der Wanderer, der von jedem Ort, an dem er kommt, enttäuscht ist, irgendwann die Hoffnung verliert, ob er einen schönen Ort findet, an dem er sich für eine Zeit niederlassen kann, ist auch mein innerer Vagabund gescheitert daran, einen bequemen Ort, sprich einen Menschen, zu finden.

Früher haben die kurzen Ego-Spritzen gereicht, heute reicht das nicht mehr aus. Und bevor ich meine Unart in die weite Welt trage, wollte ich in mir aufräumen, und meinen (hoffentlich ehemaligen) Hang zu diesem moralisch schlechtem Verhalten publizieren.

Zum Abschluss Zylkas Wahnsinnigen Frontside Bluntslide:



Und Plasmo Frontside Nosepick:


Beide in Dortmund-Holzen aufgenommen. Meine Strafe belief sich übrigens auf 40 Sozialstunden.

Sommer

Endlich ist es nicht mehr Paradox, wenn ich meine Hawaii-Hemd Liebe auslebe! Denn der Sommer ist da, es ist bis spät Abends hell und warm, und dank Schlafsack kann man jetzt auch schon draussen pennen. Ich krieche also aus der Unterwelt:



Um hier mein Sonnenritual am Cospudener See auszuüben (STRAND!):


Dies ist ein Mensch dessen Namen ich vergessen habe bei einem Boneless und meine Wenigkeit an gleicher Stelle mit einem Indy Grab. Die Stelle ist der geheime Secret Indoor-Spot am Skatepark Conne-Island in Leipzig-Connewitz.


Im Urlaubsbericht Leipzig ist der Abgefucktheitsgrad dieses Stadtteils nicht deutlich herüber gekommen. Ich will das korrigieren:


Weltreise Designvorschlag 1

Das ist mein erster Designvorschlag für meine Weltreise. Hier am Rathaus Recklinghausen. Bürger tragen ihre Stadt - ich bald nicht mehr.

Kritik an Schopenhauers Verneinung des Willens zum Leben am Beispiel seiner Metaphysik der Geschlechtsliebe

Dieser Absatz von Schopenhauer behandelt die Geschlechtsliebe, und ich nehme ihn als Beispiel, Schopenhauers verkehrte Empfehlung, nämlich die Verneinung des Willens zum Leben, zu kritisieren.

[...]
Noch größer aber ist die Zahl Derer, welche die selbe Leidenschaft ins Irrenhaus bringt. Endlich hat jedes Jahr auch einen und den andern Fall von gemeinschaftlichem Selbstmord eines liebenden, aber durch äußere Umstände verhinderten Paares aufzuweisen; wobei mir inzwischen unerklärlich bleibt, wie Die, welche, gegenseitiger Liebe gewiß, im Genüsse dieser die höchste Säligkeit zu finden erwarten, nicht lieber durch die äußersten Schritte sich allen Verhältnissen entziehn und jedes Ungemach erdulden, als daß sie mit dem Leben ein Glück aufgeben, über welches hinaus ihnen kein größeres denkbar ist. [...] *link*

Können diese Worte von Schopenhauer kommen? als daß sie mit dem Leben ein Glück aufgeben? Er will mit diesen Worten auf seine weiteren Worte dieses Kapitels vorbereiten, in dem er die in der Geschlechtsliebe befangenen Partner als solche, die von der Natur einen Wahn eingeimpft bekommen haben, darstellt. Um seine Perspektive nun zu verstehen, muss man Wissen, das Glück in seiner Philosophie immer negativer Natur ist. Das soll bedeuten, das der Normalfall des Lebenden Unglück (Disharmonie, Schmerz, Leid oder Langeweile) ist, und es ihm nur für kurze Perioden, ja kurze Augenblicke möglich ist, durch Glück, sich dieser ständigen Agonie zu befreien. Die Agonie an sich wurzelt im Wille zum Leben, welcher ständig, durch seine Sucht, Neid und Gier Leid schaffen muss. Hierzu lese man *link2*, § 56.

Nun ist also das akzeptieren und ausleben des eingeimpften Wahnsinns der Natur, der sich Liebe nennt, das Bejahen des Willens zum Leben; da ich hier meinem Willen mithilfe kurzer Perioden des Glücks beistehe, und ihn sich in seinem blinden Drang entfalten lassen kann. Derjenige, der sich dem künstlerischem Abbild der Liebe, also der Poesie, oder dem Liebesdrama einzig hingibt, übt die Verneinung des Willens zum Leben aus, da dessen Willen nicht vom Motiv gesteuert wird, sondern durch ein Quietiv erstarrt. Dies ist für Schopenhauer die einzig mögliche Erlösung aus dem Leben.

Soweit dieser kleine Ausschnitt Schopenhauers System, in Betrachtung des hier zu Grunde liegendem Themas, dem ich nun meine Phantasmen gegenüberstelle.

Erwächst eine Neigung eines Menschen zur Leidenschaft, also zur nun nicht mehr kontrollierbaren Affektion der Gier, dann nimmt mich mein Wille in die Obhut der Natur, welche eine Vernunftslose (Abstraktionslose) direkte Handlungspflicht verkündet. Ob nun das Resultat dieser Handlung, also die eigentliche Essenz, das Wesen dieser Handlung, letztlich meinem blind wirkendem Willen zu etwas nichtigem, also erneutem Unglück, oder etwas wichtigem, dessen Beispiel ich sogleich erörtern werde, wird, ist eine Wertung unabhängig von der Bejahung und Verneinung, aber doch eine solche, die ich für die Bewertung des Willens zum Leben in Betracht ziehen muss.

Denn entsage ich diesem Willen pauschal und vorab, dann ist es die Resignation, die ich ausübe, ohne mir dem, vor dem ich da resigniere, überhaupt bewusst zu sein. Da die Fähigkeit zur Resignation, also das bewusste Verneinen des Willens nur aus der Vernunft kommen kann, das Wissen über das Wesen des Resultats der Willensakte, die ich bei dem einimpfen der Liebe tätige, jedoch der Verstand übernimmt, so liegt es in der gleichen Unmöglichkeit wie in denen der synthetischen Urteile a priori, hier die Stagnation des Willens zu Mystifizieren und gar zu Predigen.

Ich bin gewillt, Schopenhauer für die tierische und vegetabilische Natur recht zu geben, wenn er sagt, das es für diese Organismen Leid, also Disharmonie der Antrieb sei, um ihren Willen in Akte, also in Erscheinung, zu wandeln. Aber für den Organismus des der Vernunft, also der Abstraktion fähigen, müssen die Antriebe für die Wandlung des Willens in Akte nicht ein Quietiv sein, sondern es ist etwas möglich, was ich nun das positive Motiv nenne; eine Urform des Willens, das die absolute Befriedigung, also das angestrebte Quietiv bei weiterhin bestehender Wirkung der Affektionen, die zu Motiven verleiten, synthetisiert und somit etwas, das man den dionysischen Menschen nennen kann, erschafft.

Ein solcher lässt die Willenskraft nämlich nicht zum gefühlskalten, toten Quietiv erstarren, sondern lässt seine Willenskraft weiter in hitzige Akte wandeln. Das entscheidende dieses Organismus ist die Dividualität seines Charakters, das nun die Trennung, den Tanz vermag, die Welt des Willens, um in schopenhauerischer Sprache zu bleiben, mit der Welt der "platonischen Ideen" zu vereinen, und gleichsam in der Lage ist, Kausalitätsunabhängig zwischen diesen Welten hin und her zu springen. Es ist der Bejaher der Kunst, bei gleichzeitiger nicht-Verneinung des Willens zum Leben.

Um nun also ein Beispiel zu nennen, was es sein könnte, das den eingeimpften Wahn der Liebe als Resultat haben könnte - so sage ich, das wir hier die bisher einzig mögliche altruistische Verhaltensweise ohne Kalkulation, die eine Moral oder Sitte, oder Finanzsystem als Wurzel hat, hervorstechen sehen. Das die Enttäuschung bei nicht erreichter Geschlechtsbefriedigung trotz investierter Energie, also Willensendladung, dest so höher ausfällt, dest so mehr eine Person über sie reflektiert, zeigt uns, wie der Verstandssbezogene Mensch sich der Verneinung des Prinzips tendenziell eher verweigert; der zur Vernunft geneigt, sich jedoch erboster fühlt. Es ist seine Individualität, die ihm hier seitens der Natur in Abrede gestellt wird; er will nicht weiter der Diener seines Triebes sein. Die Geschlechtsliebe bietet aber dann, wenn man sie Berechnungslos, Vorurteilslos und Moralneutral sieht, die Möglichkeit, altruistische Handlungen aus dem Willen selbst heraus zu schaffen; nur das diese altruistischen Handlungen sich nicht auf das "Gemeinwohl" einer Gesellschaft oder Instanz beziehen, sondern auf das Wohl der eigenen Individualität, die in Synthese zu der des Partners gedacht wird.

Auf dem Weg zu dieser vollkommenen Bejahung seines Willens und der Äusserung seines Willens, nämlich seiner Triebe, nistet sich somit sein Herz, die Wonne seines Ja-sagens in einer Nische; diese Nische ist der Übergang von der Welt der Ideen, des Konzepts, des Abstrakten Ablaufs in die Welt der Vorstellung, der Objekte und dem realen ausüben seiner Triebe. Das es ein weiter, schwieriger und tanzwütiger Weg ist, auf dem sich ein solches Wesen etablieren kann, versuche ich alsbald darzustellen. Desweiteren werde ich auf oben kurz angesprochene Synthesis zweier Individualitäten zu einer, mithilfe der uns von Natur aus gegebenen Kraft der Liebe, die hier niemals mit Leidenschaft verwechselt werden darf, zwecks Lebensbefreiung, zurückkommen.

*link*: Arthur Schopenhauer, die Welt als Wille und Vorstellung, Band 2, Kapitel 4, § 44
*link2*: Arthur Schopenhauer, die Welt als Wille und Vorstellung, Band 1, Kapitel 4, § 56

Zylka

Es gibt hier, im Lande, unter der unsrigen Moral
ein Gespenst, das sich da Tugend heisst.
Ja, im Lande hier da ist sie ganz Normal.
Und es wird gelehrt, damit es jeder weiss:

Ich bin nötig. Ich habe Zweck, und bin von Nutzen.
Und erfülle ständig meine Pflicht.
Es würde mein Gewissen verschmutzen,
tuhe ich all dieses nötige Nicht.

Doch nun kommen manchmal - hin und wieder,
unter dieser Ökonomie
Skeptiker dieses schönen Glaubens nieder.
Abseits dieser Kosmogonie!

Und sind sie auch abseits auch von unserem Schulwesen
abseits aller Vorurteile und auch der Gerechtigkeit,
dafür von der Krankheit der Moral genesen,
und mutig zu ihrem eigenem Wege bereit.

Ohne Einfluss, voller Stärke, ihres Weges unbeirrt
erwachsen sie aus ihren eigenen Werten
- dort, wo ein anderer nur wird verwirrt
da die Menschen stets nur die Moral lehrten.

Einsam sind sie, aus Erfahrung wählerisch
doch immer wieder werden sie auftauchen
und sind ihnen unwürdige auch stehts nehmerisch,
sie werden niemals schlechte Vorbilder brauchen!