Schopenhauers Philosophie: Der Unsinn im vierten Kapitel

In Schopenhauers Welt als Wille und Vorstellung gilt das vierte Kapitel, die "Bejahung und Verneinung des Willens zum Leben" als der ethische Teil seines Gedankens, das sein ganzes Buch ausmacht. Das in diesem Kapitel zum aller größten Teil überholter Unsinn steht, will ich an einigen Beispielen zeigen. Dies ist der erste Teil dieser Reihe; sie sind zufällig und vollkommen ohne Systematik herausgegriffen.

Im § 62 versucht Schopenhauer erstmalig, den Ursprung des Gewissens zu ergründen. Er sagt, an der Stelle, an dem meine eigene Lebensbejahung bei seiner Entfaltung den Lebenswille eines anderen Individuums verneint, tritt das schlechte Gewissen als unmittelbar erkanntes Gefühl ein.

Mit der gleichen Naivität, mit der Schopenhauer versucht, Äusserungen des
menschlichen Willens auf einen Kollektiv-Willen, der sich in der Natur
offenbart, zu erweitern, reduziert er das eingreifen des Willens in fremde
Organismen pauschal als Unrecht.

Es ist sein über alles wütender Pessimismus, der in dem Prozess des
eingreifens in fremde Willenäusserungen nur Ausbeutung und Versklavung erkennt,
dabei doch eigentlich der Akt des eingreifens noch vollkommen wertfrei, einfach
weil es potenziell möglich ist, verbleibt. Das nun Güte, Hilfsbereitschaft oder
freiwillige Aufopferung aus ideellen Gründen ebenso einen Eingriff in den
fremden Willen darstellt, verschweigt er hier fast mutwillig. auch sein
Prinzip, das die
Willensteigerung (Bejahung) in einem Indivdiuum stets die Willensminderung
(Verneinung) eines anderen Individuums vorraussetzt, ist kritisch geprüft
Unsinn. Es sind sowohl Handlungen denkbar, in dem beide beteiligten Individuuen
profitieren, als auch, das beide Verlust erleiden. Ja dies ist sogar alltäglich
und vollkommen selbstverständlich.

Die Erkenntnis des Unrechts kann also nicht Intuitiv sein; einzig und allein
wäre es denkbar, das einem Individuum die Verschiebung des Machtverhältnisses
intuitiv bewusst wird. Es ist aber, wie Nietzsche deutlich und richtig in
seiner Genealogie der Moral feststellt, das schlechte Gewissen weder das
Resultat eines einem anderen Individuum nehmenden Willens, als das das gute
Gewissen das Resultat eines einem Individuum gebenden Willens wäre.

Seine nun als "Gewissensbiss" erklärte intuitiv gefühlte Affektion eines
Individuums, die sich auf sein bereits vorher falsch gemachtes Prinzip des
Rechts beruft, іst weiterhin falsch erklärt, da für einen wirklichen
Gewissensbis erst höhere kulturelle Anforderungen an den Menschen gestellt
werden müsseņ, was ebenfalls in Nietzsches Werk auf geniale, geistreiche Art
und Weise dargestellt wird.

Als Fazit erwähne ich nur, wie absurd gerade in diesem Kapitel seine Philosophie wird; man kommt sich wirklich vor, als wäre dieser großartige Geist, ja dieser großartige Metaphysiker in seinem Weltbild so von seinem Pessimusmus ergriffen, das er sich in sein Prinzip des sich selbst verneinenden Willens hineinsteigert, und dabei das tut, was er zugleich an Kants Philosophie kritisiert, nämlich vom Boden der offensichtlichen Tatsachen vollkommen abheben.

Ist die Welt ein Schlachtfeld oder ein Kindergarten?

Das, was der Mensch, der das Leben als ästhetisches Phänomen erkannt hat, im wesentlichen in seine Ethik einbauen wird, ist es, das Leben weder zu bejahen, noch zu verneinen, sondern es eben gerade so hinzunehmen, wie es ist, vollkommen ohne Bewertung, von der Schopenhauer meint, sie wäre zwingend notwendig. Sein in Erscheinung tretener Wille, um in der schopenhauerischen Sprache zu bleiben, wird nun also genau so hingenommen, wie er sich nunmal äussert; es gibt hier keine Bewertung wie Gut, Schlecht, Böse, oder Bejahung und Verneinung. Ich denke, dieser Mensch wird ein Immoralist sein; jemand der die Moral nur als Verfälschung des Wesens des Menschen bewertet.

Es ist nun an der Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, wie man es, anstatt mit zwingender Moral, schafft, Menschen mit ihrer barbarischen und triebhaften Natur zu bändigen. Halten wir zunächst fest, das sämtliche Zähmungsmethoden, die unsere aktuelle Kultur zu bieten hat, zwanghaft sind. Strafe und Tadel, und der Effekt der Abschreckung sind Mechanismen, die genutzt werden. Eventuell eintretene Vernunft, das bedeutet also wirkliche tatsächliche Reflexion, wieso diese oder jene Tat nicht zu Tun ist, folgt vielleicht - abhängig von der Geistesleistung des gestraften Individuums, oder auch nicht.

Ansätze, ein Individuum über den wahren Grund der Strafe in einem bestimmten Fall aufzuklären, werden vielleicht privat von den Eltern im Kindesalter durchgezogen; institutionalisiert ist es jedoch nicht einmal. Menschliche Natur und dessen destruktiven Elemente sind nun einmal gegeben, wie es physikalische Gesetze ebenfalls sind, und es wäre ein zum scheitern verurteiltes Unternehmen, diese Probleme an der Wurzel zu bekämpfen.

Bejaht man jedoch den Willen zum Leben, nun, so findet man sich, kulturell gesehen, wieder in der Zeit des wilden Menschens; dies kann nicht wirklich ein Fortschritt sein.

Wie steht es nun also mit einer Überwindung des Menschens?

Damals, der Maschi

Ich habe beim aufräumen meiner Festplatte einige Videoleichen gefunden, die ich nicht unveröffentlicht lassen kann. Ich betone, das dieses Material nie und nimmer und niemals für die Veröffentlichung gedacht war:



Der Moloch Google

Was Eric S. Raymond 1997 in seinem Essay
Die Kathedrale und der Basar (oder hier, oder im Original) schrieb, bekommt 11 Jahre später, im Zeitalter der mittlerweilen vollkommenen Informationsglobalisierung durch Suchmaschinenbetreiber wie Google, eine vollkommen neue Bedeutung. Auf die in meinen Augen wichtigen Neuigkeiten möchte ich eingehen.

Eric bezieht sich in seinem Essay auf einen möglichen Entwicklungsprozess; eine Methode, etwas großes aus seinen Einzelteilen zu erschaffen. In diesem Fall erörtert er es an dem Beispiel des mittlerweile vollkommen etablierten Betriebssystems Linux, das, ähnlich wie auf einem Basar von den unterschiedlichsten Strömungen und Einflüssen durchtränkt wird, bis es als vorläufiges Endprodukt auf dem "Markt" erscheint. Es erscheint niemals wirklich, sondern steht in einem ständigen Entwicklungsprozess. Dem Gegenüber steht die Kathedrale; in Eric´s Gleichnis der Software-Monopol Microsoft, der hinter geschlossenen Türen seine Entwicklung vorantreibt, und Jahr für Jahr ein Fertigprodukt auf dem Markt wirft, der von seinen Abnehmern dann konsumiert wird.

Unabhängig davon, das die Situation in Bezug auf Software-Entwicklung sich auch heute nicht geändert hat, sondern wir weiterhin viele freie Märkte und wenige große unfreie Märkte vorfinden, die beide auf ihre Art und Weise Software produzieren, sehe ich eine ähnliche Perspektive bzw. Problematik in Bezug auf Informationsverwaltung im Laufe der nächsten Jahre auf uns zukommen.

So wie ein Protokoll wie telnet, das für die direke Informationsübertragung zwischen zwei Knoten konzipiert wurde, zu Gründungszeiten überhaupt nicht mit dem Aspekt der Datensicherheit konzipiert wurde, und also erst später mit dem Protokoll ssh die Übertragungssicherheit nachträglich eingepflegt wurde, machte man sich zu Beginn der Informationssammlung zunächst keine Gedanken über das Schützen sensitiver Informationen.

Nun haben wir die technische Vorraussetzung und die Rechenleistung, Datenbanken zu erstellen, die sämtliche persönliche Daten, kriminelle Historie, ja ganze Verhaltensmuster eines jeden Menschen auf diesem Planeten speichert, durchsucht und in Sekundenbruchteilen auswertet. Ich habe vor kurzem spasseshalber mit meinem Google-Profil herumgespielt, und siehe da: die Statistik verriet mir, zu welchen Wochentagen ich am häufigsten Google benutze, auf welche Seiten ich tendenziell am häufigsten klicke, wie hoch meine Trefferqualität ist, welche Videos ich mir angeschaut habe, und für welche Produkte ich mich interessiert habe. Wie häufig ich Blog-Einträge schreibe, und in welchem Land der häufigst besuchte Web-Server steht.

Und diese Auswertungen sind unheimlich präzise; ohne das ich vorher wusste, das Google mein Profil dermassen aufzeichnet.

Dieses Alles ist ein kostenloser Service von Google, der jedem Menschen zur Verfügung gestellt wird - aber ich frage mich was alles hinter verschlossenen Türen möglich ist. Was ist mit dem Daten des elektronischen Ausweises bzw. elektronischen Reisepasses? Was ist mit den Daten bei Versicherungen, dem polizeilichen Führungszeugnis, schulischen Zeugnissen? Die Akte beim Arzt und dem Arbeitsamt?

Technisch wäre es längst möglich, eine solche globale Super-Datenbank für jeden interessanten Menschen (=Mensch der westlichen Kultur) zu erstellen. Es ist sogar eher unwahrscheinlich, das dies nicht der Fall ist.

Um zurück zu unserer Kathedrale und unserem Basar zu kommen - diese zentrale Datenhaltung ist die Kathedrale. Wenn nun also schon Informationen mithilfe modernster Technologie gehalten wird, welche Alternativen gibt es? Alternativen, die vor Missbrauch, ähnlich wie dem abhören von Daten einer telnet-Sitzung, schützen?

In meinen Augen gibt es nur eine Lösung:

Die dezentrale kryptografische Speicherung personenbezogener Daten.

Um nicht falsch verstanden zu werden; rein ideologisch bin ich vollkommen gegen eine solche Informationssammlung, wie sie geschieht. Wenn sie aber nun angeblich notwendig ist - und die Bürger mit einer solchen modernen Geisteslast überhäuft werden soll - nun, so tut es mir doch wenigstens zum Schutze der Freiheit der Menschen folgendermassen:

Eine elektronische Karte, die als einziges Original existiert, auf der die personenbezogenen Daten PGP-Verschlüsselt residieren, wird jedem Menschen, der es möchte, zur Verfügung gestellt. Bei Verlust oder Defekt der Karte, sind die Informationen weg. Genau so, wie es momentan bei einem herkömmlichen Personalausweis auch der Fall ist. Zugriff auf die Daten bekommt man nur mit dem persönlichen PGP-Schlüssel. So, wie man momentan auch nur mit seiner Pin-Nummer Zugriff auf sein Konto der Bank hat.

Der Schlüssel ist einmalig, und wird nur dem Besitzer der Karte ausgehändigt. Die Informationen sind ausschliesslich mit dem Schlüssel abrufbar, und sind ohne diesen Nutzlos. Bei mehrfacher falscher Anwendung des Schlüssels zerstört sich die Karte automatisch.

Eine zentrale Datensammlung existiert nicht.

Technisch absolut keine Utopie; rechtlich gesehen absolut unmöglich - man bedenke nur, das die Anwendung, oder gar die Implementation von PGP in Amerika verboten ist. Dieses Verschlüsselungsverfahren ist dem Überwachungsstaat zu gut, um legal zu sein. Der kostenfaktor? Kaum höher als der Bürokratische Unfungsaufwand, der momentan mit ePass und elektronischem Fingerabdruck und Rasterfahndung, angestellt wird.

Ich freue mich auf eure Meinungen zum Thema.

Meinen persönlichen Personalausweis habe ich für meinen Kurzurlaub in London (der Bericht wird folgen) anfang März übrigens tatsächlich erfolgreich beantragt; nach der Reise werde ich ihn wohl behalten. Aber wenn er weg ist - ist er weg.

Schopenhauers Philosophie: Verstand und Vernunft

In Schopenhauers Philosophie ist die anschauliche Erkenntnis die Fähigkeit des Intellekts, Ursache und Wirkung intuitiv zu erkennen. Er bezeichnet diese Fähigkeit des Menschens als Verstand. Ferner hat der Mensch die Möglichkeit, durch Abstraktion mithilfe von Begriffen eine vollkommen andere Form der Anschauung zu konstruieren, nämlich durch die Sammlung von anschaulich Erkannten Phänomenen und der Verknüpfung dieser durch sprachliche Gesetze miteinander. Dies nennt er Vernunft.

Der reine Verstand, also das, was unmittelbar die kausale Gesetzmäßigkeit der Abläufe in der Natur erkennt, ist somit eminent wichtig für sein Prinzip der "Welt als Vorstellung" - er sorgt dafür, das wir uns eine Vorstellung, also eine Konstruktion, der Beschaffenheit von Raum und Zeit, von Materie, und von kausalen Gesetzmäßigkeiten machen können.

Nun ist zusätzlich, aus welchen Gründen auch immer es geschehen sein mag(über diese Frage werden sich Evolutionsbiologen noch Ewigkeiten die Köpfe zerbrechen), die Vernunft dazu getreten. Ein erkennendes Wesen, ein Subjekt, ist nun nicht mehr seine Lebzeit über in der Erkenntnis der kausalen Kette gefangen, an der er blind vom Willen getrieben entlanghangelt, sondern hat die Möglichkeit zu abstrahieren. Das ist zunächst die Benennung von unterschiedlichen Phänomenen und die Beschränkung auf die wesentlichen Eigenschaften dieser. In Kants Sprache könnten wir von einer Analyse sprechen. Weiterhin ist es nun möglich, zu verknüpfen, zu synthetisieren, zu experimentieren. Er überblickt nun nicht mehr nur das unmittelbar anschaulich erkannte, sondern hat eine Vorstellung der Vergangenheit, - das ist: er kann über bereits zur Erfahrung gemachte Phänomene im Gedächnis abstrahieren. Ausserdem überblickt er seine gesamte Lebzeit als ganzes, kann dadurch seinen individuellen Charakter formen, und seine Position dem Leben gegenüber redlich darstellen. Er verlor damit die "göttliche Unschuld", um theologisch zu reden.

Soweit stehen dem Menschen also die Intuition und die Reflexion, das eine a priori, das andere a posteriori gegeben, zur Verfügung, seine Handlungen und Taten zu koordinieren. Noch etwas aussen vor steht der Instinkt, den Schopenhauer aber mit leichten Variationen ausnahmlos der Intuition zurechnet.

Das nächste Mal schreibe ich meine Gedanken bzw. meine Interpretation über Schopenhauers Idee des Willens als Ding an sich auf, bei dem ich von vorne herein nur so viel verrate, als das ich seiner Ansicht hier sehr skeptisch bin, und mich endlich mal kritisch, und nicht nur befürwortend mit ihm Auseinadersetze. Bis es dann später an die Kritik seiner komplett pessimistischen Moralphilosophie geht. Bis dahin.

Hr. Jansens Bonzen-Geburtstagsparty

Hier ist der Overview über den Dance Pit:


Hier sind die ganzen Leute, die randaliert hatten, auf einem Bild



Hier vergnüge ich mich mit Masterpaul:


Und hier rettet Masterpaul Plasmo:


Der Oberbonze muss, da er ja Gastgeber ist, auch ein Bild bekommen (Rechts im Bild):


Später sah Masterpaul so aus:



Zu diesem Herren wurden wir verbannt, da wir uns zu Asozial für die Party verhalten hatten:

Freitag Abend. Langeweile.

Freitag Abend. Langeweile.




E 1 3 0 3
H 3 3 3 1 1 1
G 2 2 2 2 2 2
D 0 2

E 1 3 0 3
H 1 1 1 1 1 1
G 2 2 2 0 0 0
D 3 2

and repeat...


Gute Nacht.

Tiefgarage Recklinghausen Hauptbahnhof

Um den erbärmlichen Fortschritt meiner Flatland-Karriere und den grandiosen Fortschritt Zylkas Street-Karriere zu dokumentieren und zu präsentieren, hier ein paar Schnappschüsse. Sämtliche Tricks wurden gestanden - davon sollte das folgende Video überzeugen.

Rattenscharf gecatchter und fotografierter Kickflip:




Über diese Shove-it Variation bin ich mir nicht sicher. Zylka weisst du es noch?:




Dies ist ein Pop Shove-it Tailgrab (Sal flip):



Und der Klassiker: Indy grab.



Als Krönung dieser 360° Flip:




Stop counting the days...



Skateboarding is not a Career.

Odals Wohnungseinweihungsparty

Zunächst der Gastgeber der Party und neuer Bewohner der Örtlichkeit. Odal:


Die Party begann sehr langsam mit diesem fruchtigen Schaumgetränk aus dem kleinen Faß. Der Löffel war für den Genuss unabdingbar.


Hier Odal in seinem schönstem Helm:


Dies ist ein selten gesehener Gast, gefolgt von einem nicht ganz so selten gesehenem Gast und einem häufig gesehem Gast.


Ich garantiere, das dieses Bild nicht nachgearbeitet wurde. Wer das toppen kann, soll sich bitte umgehend bei mir melden.


Nachdem Jörg, als Gastgeber der Silvesterparty, dort überhaupt kein Foto hatte, hier dafür ein um so detaillierteres. Was immer ich ihm dort auch gerade ins Ohr flüstere... hey - werde ich auch einmal ein so charismatisches Gesicht haben? Schöne Grüße vom Narzissten


Das ist die Jasmin und ein Hase.


Keiner will mich f1cken... und dabei hab ich mich extra fein gemacht.



Zum Schluss eine Premiere auf Herberts Weltbild. Ich versuche ein ungeschnittenes Video zu präsentieren. Ich betone, das dies noch zu dem sehr frühen Verlauf des Abends gehört.


Es existieren auch Videos von der nachher stattgefundenen Schlacht. Aber dieses passte leider nicht mehr auf meinen USB-Stick, so das ich sie nachreichen werden muss.

Als es noch die Strafe war, die gleichschaltete

Eine der Hauptkritikpunkte der heutigen Gesellschaft, sofern man Vorurteilslos von einer Gesellschaft sprechen kann, ist die mangelnde Individualität der Teilnehmer. Es liegt bereits in der Definition des Wortes "Gesellschaft" - das sich hier gleich und gleich gesellen wird. Wenn nun also von "der" Gesellschaft gesprochen wird, so ist dies stets nur eine Schale - und es ist die Schale, die von unseren Systemschaffern aktuell präsentiert wird.

Vor vielleicht etwa fünfzig Jahren endete eine Epoche. Die Systemschaffer brauchten nicht mehr leere moralische Phrasen wie "Schuld" oder "Böse" benutzen, um die Individualität eines Menschen zu ersticken. Das Gewissen der Menschen hat sich mittlerweile, durch die gesamte Epoche des Mittelalters, an die ewige Schuld gewöhnt, wozu die Theologie gute Arbeit geleistet hat. Diese Epoche ist vorbei.

Seit diesem Epochenwandel hat man eine Werteveränderung vorgenommen. Es ist nun nich mehr die Schuld, sondern die Gier, des Menschen, die man reizt, um sie systemkonform zu schaffen. Die Gier nach Sicherheit("der Kampf gegen den Terrorismus", die "Furcht vor der Arbeitslosigkeit"), die Gier nach Wohlstand("der ständige Konsum, der Kapitalismus"), die Gier nach Narkotikum(Alkohol und andere Rauschdrogen), oder die Gier nach Geistlosigkeit(Rundfunk, Fernsehwerbung). Alle diese Werte haben eines gemeinsam: Sie fördern in einem Menschen die ständige Unruhe, die ihn daran hindert, mit eigenen Werten zur Ausgeglichenheit zu kommen.

Ein Beispiel:

Ein kleiner Junge, der spielen will, in der dritten Klasse sitzt, und seine aktuelle Lebenserfüllung, den Spieltrieb, auslebt, wird bestraft - und damit geformt. Diese Strafe ist aber nun nichteinmal mehr nötig, - da das allabendliche Fernsehbild seinen Spieltrieb von alleine narkotisiert.

Dest so individueller der Mensch ist, dest so eher lässen ihn diese künstlichen Gesellschaftswerte kalt. Leider ist es immer schwieriger, durch die Netze und Schlingen der Systemschaffer zu waten, ohne hängen zu bleiben.

Und ein Stück weit wird auch der individuellste Mensch stets hängen geblieben sein.

Update: Bilder Silvester und Lebensimpressionen

Dieser Eintrag gehört zu der Kategorie der Einträge, die mein privates Leben beschreiben. Zunächst aber noch einige Nachträge der Bilder von Silvester. Da wirklich eine Menge Leute diese Bilder beantragt haben, ist wohl besser, wenn ich sie doch einfach veröffentliche.

Mediziner unter sich:


Wer fällt denn da nicht vom Stuhl? Soldat!


Der Gewinner des "ich hab den dööfsten Blick"-Award:


Hier gehts zur Sache. Erneut vielen dank an Deepcage, das er mit seinen Pfefferpatronen dafür gesorgt hat, das wir alle noch über eine halbe Stunde lang rumgehustet haben.


Es ist doch erstaunlich, wie ähnlich wir beide uns aufgrund ähnlicher Frisuren sehen?:


Das ist zwar noch etwas schüchtern - aber man sieht doch, wie wir beide uns eigentlich kaum halten konnten.


Wieviele verschiedene übliche Fingergestiken passen auf ein Bild?:


Haben diese Personen nicht wunderschöne Augen?


Es ist übrigens tatsächlich kein einziges Bild von Jörg dabei. Schade! Wird nächstes Jahr bestimmt was...


Dies ist das Parkhaus, in dem im Winter geskatet wird - und an dem ich auch wie im wahrscheinlich bereits vergessenen Beitrag von der Polizei geweckt wurde. Die Anzahl der Personen auf diesem Bild ist leicht über dem Durchschnitt. Und es ist Türkenfrei - das kommt auch nicht immer vor. Denn hin und wieder stehen dieses Pseudoaggros hier herum:



Dies ist mein Büro, in dem ich überwintere. Da es noch zu kalt ist, kann ich noch nicht in die Ruine ziehen. Während der Arbeitszeit wird die Matratze vom Sperrmüll mit der Decke hinter dem weissen Schrank links im Bild aufrecht "versteckt". Ansonsten sieht es ja auch schon wirklich wie ein Büroraum aus. Trotzdem vielen dank an den informierten, toleranten Chef. Ausserdem sieht man hier auf dem Bild meine neue Halbakustik-Zweitgitarre. Verstärker, Tasche und E-Erstgitarre folgen in Kürze:

Das wesentliche an Schopenhauers Philosophie Teil 2 - Raum und Zeit

Die Originaltexte Schopenhauers gibt es an vielen Orten im Internet. Zum Beispiel bei Zeno.org oder im Projekt Gutenberg.

Eine der elementarsten Fragen metaphysischen Denkens, die Frage nach der wahren Beschaffenheit von Zeit und Raum, wie beide unabhängig unserer Wahrnehmung sei, stellt sich zugleich als interessantes Beispiel der genialen Denkkraft Schopenhauers. Ich möchte mich in diesem Teil in Form einer persönlichen Interpretation Schopenhauer's Perspektive damit auseinandersetzen.

In seinem von ihm als organisch - und nicht architektural - zu gestalten versuchtem Hauptwerk "die Welt als Wille und Vorstellung" (fortan WaWuV), beginnt Schopenhauer damit, die gesamte Erscheinung der Welt als idealistisch zu erklären. Er tritt damit den in seiner Zeit geführten Diskussion über die tatsächliche Existenz einer Aussenwelt mit einer genialen Gedankenkette entgegen, die zeigt, das sowohl die Materialisten, welche zuerst das Vorhandensein der Zeit und des Raumes vermuten, auf dem sich die Subjekte (die Menschen) bewegen, und den Idealisten, welche das Subjekt als gegeben hinstellen, und behaupten, die Zeit und der Raum sei ein durch das Subjekt imaginiertes Etwas, zwar nicht im Irrtum, aber in einer falschen Perspektive philosophieren. Das genaue Verständnis von Schopenhauers idealistischer Grundansicht ist zunächst wichtig, um tiefer in seine Gedanken über Raum und Zeit einzusteigen.

Das entscheidende in seinem Idealismus ist die gegenseitige Abhängigkeit des Materialismus und des Idealismus. Ohne ein Subjekt - also einen Betrachter, der sich in seinem ihm befähigten Rahmen ein Komplementärabbild des Objekts(der Aussenwelt) bildet, kann ein Objekt genau so wenig existieren - wie es ein Objekt ohne ein es sich imaginierendes Subjekt sein kann. Dies ist das entscheidende, wenn er die Behauptung aufstellt "die Welt ist meine Vorstellung".

Wenn irgendeine Wahrheit a priori ausgesprochen werden kann, so ist es diese: denn sie ist die Aussage derjenigen Form aller möglichen und erdenklichen Erfahrung, welche allgemeiner, als alle andern, als Zeit, Raum und Kausalität ist[...]

Die apriorität dieses Grundsatzes wird beängstigend dadurch deutlich, das man heute in der modernen Quantenphysik genau auf dieses Phänomen des Daseins überhaupt stösst: Hier schafft man sich eine virtuelle Komplementärwelt, in der sich Objekte (Quanten) wechselseitig bedingen - und erst bei Betrachtung des Zustandes der Objekte fängt die Kausalkette an zu springen. Eine Anwendung apriorischer Grundsätze, die man aufbauend auf der Quantenphysik durchführen will, scheitert grundsätzlich an der nicht möglichen Vorhersagbarkeit durch Regeln und logischen Konstrukten, wie der Mathematik. Folgerichtig müsste man also hypothetisch hinstellen, das die Treffsicherheit mathematischer Gleichungen in unserer Aussenwelt subjektiv bedingt ist.

Doch zurück zum Thema. Der organische Gedankenbau Wawuvs gibt es an die Hand, zum Verständnis von Schopenhauers Perspektive über den Raum und die Zeit das Werk nicht nötigerweise von vorne zu lesen. Denn nach der Klarstellung der idealistischen Ansicht des Werkes geht er über, das Wesen Zeit als Succession - also die Trennung von abstrakten Gebilden in ihre Teile, und den Raum als wechselseitige Bestimmung ihrer Objekte zu analysieren. So wie nun also Objekt und Subjekt voneinander abhängig sind, so ist es die Abhängigkeit des Raumes mit der Zeit, und vice versa, die uns die Erscheinung der Materie ermöglicht (Materie ist hier nicht im heutigen modernen Sinn zu verstehen, sondern nur die sich als den Regeln des Raumes und der Zeit gehorchenden Substanz).

Für das Verständnis ist weiterhin zunächst nötig, das Schopenhauers zweiter Aspekt seiner hypothetischen Welterklärung, nämlich das die Welt mein Wille sei, zunächst, wie auch im Originaltext erläutert, aussen vor gelassen werden soll. Denn der Wille liegt ausserhalb der Formen der Raum und Zeit, oder wie er es formuliert, ausserhalb vom Satze des zureichenden Grundes. Wie in meinen Augen der Wille es aber doch tut - oder sich zumindest in diesen Formen äussert, - will ich ein anderes mal besprechen.

Raum und Zeit spricht Schopenhauer nur dem Objekt zu. Das Subjekt, also das erkennende, liegt nicht in den Formen von Raum und Zeit. Für Schopenhauer ist die Erkenntnis des Grundaspektes allen Objekts intuitiv - das bedeutet, das der Mensch, als Subjekt, Raum und Zeit ohne jegliche Abstraktion wahrnehmen kann. Er ist zwar fähig, in Form von Mathematik und Geometrie zu abstrahieren - aber entscheidend ist, das für die Bildung des Gesamtbildes der Aussenwelt keine Abstraktion nötig ist. Damit spricht er also beispielsweise auch dem nicht-vernunftfähigen Tier ein Bewusstsein - also ein bewusstes Sein, zu. Das Tier kann seine Entscheidungen über Verhaltensmaßnahmen also ohne jegliche Abstraktion - ohne das Fragen nach dem Warum und dem Wert seiner Taten machen. Er ist der vollkommene Diener des Willens. Ich könnte mich nun darüber aufregen, das er diese Perspektive im vierten Kapitel als Grundlage für seine Ethik nimmt, bei der er nur dummes pessimistisches Zeug erzählt - aber ich zwinge mich nun, beim Thema zu bleiben.

Erst durch die Abstraktion erkennt der Mensch die offensichtliche apriorität der Gesetze in Raum und Zeit.

Zunächst beginne ich etwas weiter unten in WaWuv, in §5. Schopenhauer behauptet, das das Verhältnis zwischen Objekt und Subjekt kein kausales Verhältnis ist (Eine tiefer gehende Definition der Kausalität folgt zwar vorher im WaWuV, aber für das Verständnis ist eine andere Reihenfolge anzuraten). Dies sagt, das das Objekt und das Subjekt das gleiche ist - und es die Abstraktion des Menschen ist, die diesen Aspekt der Welt "Vorstellung" in diese beiden Kategorien teilt.

Es ist nicht so, das "der Mensch wahrnimmt, weil etwas passiert" - sondern die "Wahrnehmung ist das Passieren". Ebenso kann man den Satz umkehren. "Es passiert nichts, weil der Mensch wahrnimmt" - sondern "das Passieren ist das Wahrnehmen".

Nebenbei entwurzelt Schopenhauer hier noch den zur damaligen Zeit sehr aktiven Streit zwischen dem Dogmatismus und Skepticismus, wo "jener bald als Realismus, bald als Idealismus" auftritt.

Konkreter geht Schopenhauer in etwa ab diesem Abschnitt von §3 ein:

[...]Zeit erkannt. Wie in ihr jeder Augenblick nur ist, sofern er den vorhergehenden, seinen Vater, vertilgt hat, um selbst wieder eben so schnell vertilgt zu werden; wie Vergangenheit und Zukunft (abgesehn von den Folgen ihres Inhalts) so nichtig als irgend ein Traum sind, Gegenwart aber nur die ausdehnungs- und bestandlose Gränze zwischen Beiden ist; eben so werden wir die selbe Nichtigkeit auch in allen andern Gestalten des Satzes vom Grunde wiedererkennen und einsehn, daß wie die Zeit, so auch der Raum, und wie dieser, so auch Alles, was in ihm und der Zeit zugleich ist, Alles also, was aus Ursachen oder Motiven hervorgeht, nur ein relatives Daseyn hat, nur durch und für ein Anderes, ihm gleichartiges, d.h. wieder nur eben so bestehendes, ist.[...]

Hier wird im Grunde nur weiterhin darauf hingewiesen, das die Gesetze von Raum und Zeit nicht objektiv sind - sondern stets durch die Einflussnahme des Subjekts beeinflusst wird.

Die wechselseitige Bestimmung des Raumes und Zeit, welche als Resultat die Materie hervorrufen soll, wird in der äusserst komplizierten ersten Hälfte von §4 durch das rein hypothetische Gedankenexperiment, was passieren würde, wenn man den Raum ohne die Zeit und die Zeit ohne den Raum imaginiert, zu beweisen versucht. Das hier in meinen Augen Schopenhauer auf die Tücken der Abstraktion hereinfällt, in dem er mit den Begriffen Zeit und Raum wie mit etwas getrennten voneinander jongliert, ist in diesem Fall der Wahrheit dieser Behauptung nicht schädlich, sondern verstärkt nur Schopenhauers Perspektive.

Der Raum ohne die Zeit - ein Veränderungsloses, ewiges, stillstehendes Dasein. Kein Wirken - und keine Kausalität.

Die Zeit ohne den Raum - die ständige Veränderung des Formlosen, keine Materie - und keine Kausalität.

Materie nun aber bedingt die Kausalität - ihr Sein ist ihr Werden.

Das erkennen von Kausalität ist nun die einzige Funktion des Verstandes, die Schopenhauer attestiert. Diese radikale, in meinen Augen richtige Meinung ist, wenn man sich über die enorme Tragweite der Schopenhauerischen Definition von Kausalität bewusst ist, eine weitaus wichtigere Grundeinsicht des Wesens der Welt, als er sich an dieser Stelle selbst zugesteht.


Skateboardfahren Winter Series

Der Kickflip to Fakie vom Mann mit der versteckten Glatze:


Der monströse Frontside 180° Kickflip von Zylka:



Der Frontside 5-0 kurz vorm Abgang am Augenzentrum:


Crooked Grind am Augenzentrum:


Backside 5-0 mit dem wunderschönen Recklinghäuser Rathaus im Hintergrund:


Ein Boardslide und ein Noseslide vom Glatzenmann:



Der Glatzenmann imitiert Bam Margera:



Zylka opfert sich beim Sweeper Boardslide am bunten Rail am Rathaus:




Und verdirbt sich fast die Familienplanung:

Das wesentliche an Schopenhauers Philosophie Teil 1

Betrachtet man Rückblickend das Leben Arthur Schopenhauers, und seine Werke, die ich grob in die beiden Kategorien seiner "Welt als Wille und Vorstellung" (im folgenden Wawuv) und seiner "Parerga und Paralipomena" teile, so stellt ich mir hier die Frage, welchen Einfluss seine metaphysischen Erkenntnisse in der heutigen Zeit des radikalen Konstruktivismus haben.

Schopenhauer hat in vielen philosophischen Disziplinen gewirkt, in der Ästhetik, in der Ethik - aber ich möchte hier bewusst nur sein metaphysisches Werk betrachten.

Zunächst begann Schopenhauer nicht bei Null, sondern erweiterte und veränderte das bisher auf dem Gebiet der Metaphysik dagewesene, nämlich die Kritiken von Immanuel Kant, welche wiederum ebenfalls auf den Errungenschaften der Zeit, angefangen vielleicht bei Platons "Metaphysik", basierten.

In meinen Augen viel zu wenig Beachtung wird Schopenhauers Vorraussetzung zu Wawuv, der Schrift "Über die vierfache Wurzel des Satzes vom zureichenden Grunde" (fortan SzG) gebührt.

Für eine jede Metaphysik ist es wichtig, sich die Frage zu stellen "Was kann ich wissen?". Kant begann in seiner Kritik der reinen Urteilskraft haarscharf zu analysieren, was der menschliche Geist wissen kann. Heraus kamen dabei sein gedankliches Konstrukt der Verstandeskategorien. Schopenhauer hingegen stellte sich eine ähnliche Frage, aber analysierte die Frage auf eine vollkommen andere Weise. Er suchte nicht in den Kuriositäten des menschlichen Geistes nach der Lösung, sondern versuchte denjenigen Punkt zu finden, an dem die Abstraktion aus dem anschaulich erkennbaren so präzise gemacht wird, das man von einer "Wahrheit" sprechen kann. Im SzG erforscht er 4 Arten der Wahrheit, die er logische, empirische, transzendentale und metalogische Wahrheit tauft. In diesem ersten Teil möchte ich diese "Wahrheiten" erläutern, und den Bezug auf den heutigen Stand des Konstruktivismus, bewerten.

Eine logische Wahrheit habe ich in der Mathematik. Eine solche Wahrheit hat vielleicht den höchsten Wahrheitsgrad, aber dafür den geringsten Bezug zum anschaulich erkennbaren. Es sind nämlich solche Wahrheiten, in denen ich mir erst ein logisches Konstrukt hinstelle. In einer Formel wie "1 + 1 = 2" behaupte ich, das es zunächst zwei gleiche Dinge gebe, die sich kombinieren, und trennen lassen - und das die Kombination zweier dieser Dinge eben 2 bedeutet. 2 bedeutet auch Trennbarkeit dieser beiden Dinge. Klassische Mathematik ist nichts weiteres, als die Abstraktion des Zählens (Anm: laut Schopenhauer ist in der Mathematik ebenfalls das gesamte Wesen der Zeit erkennbar*, ich bin hier skeptisch). Um einmal Kant zu Worten kommen zu lassen, so denke ich, das synthetische Urteile a priori in diesem Fall vollkommen möglich und legitim sind, denn hier wird der Regelsatz des Körpers, in dem die Regeln der Mathematik gelten, zunächst vom Menschen definiert - und Urteile leiten sich an der Erkenntnis dieses selbst geschaffenen Regelwerkes ab. Das ist eine schöne Sache, aber es wird niemals möglich sein, mit der logischen Wahrheit irgend eine Wahrheit im anschaulichen zu beweisen. Allenfalls können hier vermeintliche Wahrheiten ausgeschlossen werden - durch den Satz des Widerspruches, den uns die Logik gebracht hat. Aber konstruktive Wahrheiten können mithilfe der reinen Logik nicht erbracht werden.

Empirische Wahrheit ist immer a posteriori, und deswegen für Ethik gut geeignet, aber nicht für Metaphysik. Eine auf empirischer Wahrheit aufbauende Metaphysik wäre aus dem ähnlichen Grund zum Scheitern verurteilt, wie die Versuche der künstlichen Intelligenz scheitern. Ein lernender Organismus - also einer, der aus der Erfahrung Urteile zieht - bläht sich zu einem riesigen Wissensschatz auf, der aber nicht verarbeitet werden kann. Eine Sammlung von Abstraktionen, die aber in der falschen Sprache geschrieben sind, und somit den Bezug zum Original - im Fall der künstlichen Intelligenz die menschliche Sprache - verloren haben. Oder im metaphysischen Fall betrachtet, Wahrheiten, die den Bezug zum anschaulich Erkannten, verloren haben. Hier dient die empirische Wahrheit weder zum Beweisen, noch zum Widerlegen von Urteilen; sie ist vielmehr nur ein Spiegel des in der Welt passierenden, der uns Einzelfälle demonstriert.

Schopenhauers transzendentale Wahrheit unterscheidet sich von der empirischen Wahrheit nur da drin, das er einer empirischen Wahrheit, die sich mit allen uns erdenkbaren Formen der Erkenntnis deckt, Wahrheit zuspricht. Beispiele aus SzG wären "Zwei gerade Linien schließen keinen Raum ein. — Nichts geschieht ohne Ursache.". Ich verstehe nicht, warum Schopenhauer hier nicht sieht, das bei diesen synthetischen Urteilen a priori, wie bei einem jeden solchen Urteil, der Bezug zum anschaulich Erkannten fehlt - so das, für unsere Betrachtung, die transzendentale Wahrheit nichts weiter als ein gescheiterter Versuch der Legitimierung der empirischen Wahrheit ist.

Zuletzt behauptet er die Erkenntnis einer metalogischen Wahrheit, also eine solche, in der alle der vier folgenden Punkte erfüllt sind.

1) Ein Subjekt ist gleich der Summe seiner Prädikate, oder a = a.
2) Einem Subjekt kann ein Prädikat nicht zugleich beigelegt und abgesprochen werden, oder a = — a = 0. (Anm. mit 0 meint er hier wohl falsch)
3) Von jeden zwei kontradiktorisch entgegengesetzten Prädikaten muß jedem Subjekt eines zukommen.
4) Die Wahrheit ist die Beziehung eines Urteils auf etwas außer ihm, als seinen zureichenden Grund.

Bis auf Punkt 4, sind alle hier genannten Punkte nur Verfeinerungen der logischen Wahrheit. Punkt 4 wiederrum erörtert die Problematik des zureichenden Grundes erneut - und definiert nur eine Bedingung einer Wahrheit, gibt aber keinen Hinweis, wie diese zu erreichen sei.

In Bezug auf die Fragestellung, welche Rolle SzG heute, in Betracht der Möglichkeit absoluter Wahrheit, spielt, sehen wir uns somit enttäuscht. Schopenhauer hat die Problematik sehr schön formuliert, scheitert aber, ähnlich wie Kant, daran, seine angeblich gegebene Lösung zu dem Problem wissenschaftlich beweisen zu können.

Der radikale Konstruktivismus nun nimmt diese Erkenntnis, das bisher alle philosophischen Systeme diesen Beweis nicht bringen konnten, als hypothetische Wahrheit, und akzeptieren nun, das ihre Systeme auf einer schwammigen, brüchigen Wurzel gebaut sind. Auch mir persönlich scheint es momentan so, als wäre Metaphysik noch immer nichts weiteres, als ein Sandkasten, in dem der Mensch Burgen baut, und schaut, wie viel Sturm die Burg aushält.

Im nächsten Teil werde ich mich mit Schopenhauers Definition des Wesens von Raum und Zeit, allerdings nur im ersten Band von Wavuw (weil dies der einfachere, und leichter zu widerlegende - weil frühere Teil von Schopenhauer ist), beschäftigen.

* Welt als Wille und Vorstellung, Kapitel 1 "Das Objekt der Erfahrung und der Wissenschaft", § 4